Pressestimmen zu den CDs
Beethoven: Der junge Beethoven
CD: Stadtfeld / Vogler
Bach: Das Wohltemperierte Klavier
Schubert: Klaviersonaten
Bach: Klavierkonzerte
Bach/Schumann: Kleine Stücke
Mozart: Klavierkonzerte
Bach pur
Bach: Goldbergvariationen
Pressestimmen zu den Konzerten

 

 

Beethoven: Der junge Beethoven

„Es ist bemerkenswert, mit welchem grandiosen Klanggespür Stadtfeld die Petitessen wie das Allegretto c-Moll, das Adagio F-Dur WoO 51 angeht, Klarheit und Transparenz sowie ein ausgesprochen weites Klangspektrum weiß Stadtfeld bestens zu kombinieren. Er spürt dem Beethoven nach, der einen Aufbruch neuer Aussagekräfte in sich fühlt.“

(PianoNews)

„Seit die Kritik Martin Stadtfeld für seine stauneswert souveränen „Goldberg Variationen“ feierte, hat sich der Pianist auf dem (Vorschuss-) Lorbeer nicht ausgeruht. Über ein halbes Dutzend Alben sind seither entstanden. Jetzt stellt sich Stadtfeld einem Titan – in dessen aufstrebender Phase. „Der junge Beethoven“ In die Zeit 1785 bis 1798 fallen so unterschiedliche Stücke wie „Die Wuth über den verlorenen Groschen“, für Glasharmonika geschriebene Miniaturen, das Kunstlied Adelaide und das Klavierkonzert in B-Dur. All das spielt Stadtfeld auf dieser CD und führt in eine Zeit, als Beethoven noch nicht sein eigenes Denkmal war. Stadtfelds Spiel ist reflektiert und zupackend zugleich, sein Stil hat zarte Lyrismen und revolutionären Atem. Im romantischen Klanggestus begegnet ihm die Staatskapelle Dresden unter Sebastian Weigle. Eine vielschichtige CD“

(WAZ)

„schwungvoll fingerfertiger junger Beethoven samt 2. Klavierkonzert mit der Dresdner Staatskapelle unter Sebastian Weigle“

(Welt Online)

„Stücke wie das hier wahrlich brillant eingespielte Rondo [...] klingen fetzig einfach besser. Und lustiger. Überhaupt atmen viele der Jungwerke Beethovens auf dieser CD eine burleske Komik. […] Gerade wegen ihrer Fröhlichkeit ist dies eine CD für alle Hörer, auch für Jungklassiker.“

(Audio)

„Der junge Beethoven ist wie geschaffen für Martin Stadtfeld: energetisch, verspielt und eingängig, genau wie das zweite Klavierkonzert, Hauptstück der CD. Stadtfeld spielt es durchsichtig und elegant, und selbst der Adagio-Satz überzeugt durch Tiefe und ruhiges Ausmusizieren […] auch mit Gelegenheitswerken Beethovens schafft dieser Musiker reines, hochdifferenziertes Klangvergnügen.“

(Kulturnews)

„Stadtfeld tastet sich an einen Künstler heran, der noch Talent und nicht Titan war. Er betont das Sangliche, Verspielte, Gedankenverlorene. Vor allem die Stücke für Orphika hält er schön in der Schwebe, der Groschen fällt mit flinken Bewegungen. Im Klavierkonzert zeigt Stadtfeld nicht nur in der selbstgeschriebenen Kadenz Mut zur Handschrift, ohne sich auf Kosten der ebenbürtigen Staatskapelle Dresden unter Sebastian Weigle in den Vordergrund zu spielen.“

(Rheinischer Merkur)

„Stadtfeld zeigt viel Gespür für Spannungsverläufe und Tempo-Verhältnisse und vermag durch sein erstaunliche Technik seine Klangvorstellungen in brillante Realität umzusetzen.“

(WZ)

„Die Solostücke…legt er durchgehend in eleganter, schwungvoller und jugendlich-großzügiger Manier hin. Sie sind so flüssig und eindrucksvoll formsicher gespielt.“

(Fono Forum)

„Frisch, forsch, zuweilen fast unbekümmert und verspielt. Auch so kann Beethoven klingen.“

(Journal Frankfurt)

„Frisch, forsch und aufregend klingt „Der jung Beethoven“ den Martin Stadtfeld im Sommer für seine achte CD im akustisch dafür bestens geeigneten Konzerthaus Dortmund eingespielt hat. […] Werke, die Beethoven in etwa Stadtfelds Alter komponiert hat, enthält die Platte. In schnellen Tempi, mitreißend, impulsiv und mit rasanter Trillertechnik spielt der Wahl-Herner die Allegros und Rondos. Ein Präludium rückt er in Bach-Nähe, macht daraus aber auch ein inneres Drama. […] Sehr fein ausgearbeitet und zierlich, aber mit so viel innerer Erregung und Energie, wie die frühen Werke brauchen, spielt Stadtfeld diese Klavier-Entdeckungen. Alle Dämme brechen in seiner fulminanten Interpretation der „Wuth über den verlorenen Groschen“. Im Rekordtempo, aber trotzdem in jedem Ton der rasanten Läufe korrekt, sprudelt dies Capriccio aus den Boxen. So mitreißend, dass Stadtfeld damit auch die Popcharts stürmen könnte. Sanfter Ausklang der CD ist das Lied „Adalaide“, das Tenor Marcus Ullmann im Mozart-Ton singt. […] In der Semperoper hat Stadtfeld mit der Staatskapelle  unter Sebastian Weigle im 2.Klavierkonzert mit einer eigenen Kadenz eingespielt. Der silbrige Ton des ersten Satzes erinnert an Mozart; zügig, mit klarem Ton, spielen Solist und Orchester das Adagio. Und die große Eleganz von Stadtfelds Spiel klingt aus dem Finale."

(Ruhr Nachrichten)

CD: Stadtfeld / Vogler

„zurückgenommene Begleitkunst plus fein gewürzte Choralvorspiele bei Bachs von Jan Vogler kraftvoll absolvierten Gambensonaten“

(Die Welt)

„Wenn zwei Solisten miteinander spielen, kann das Resultat enttäuschend sein. Nicht so hier: Vogler und Stadtfeld hören aufeinander, keiner spielt sich in den Vordergrund, und so ist es ein Erlebnis, ihrem geistvollen Dialog in diesen frühen, bereits vielschichtigen Bach-Werken zu lauschen: Während sich in den Sonaten tänzerische und kantable Teile munter abwechseln, füllen die Choral-Bearbeitungen den schlichten Rahmen kunstvoll aus, gut dokumentiert vom klaren Klangbild. Vogler und Stadtfeld – doppelter Genuss.“

(Audio)

„Ein traumhaft schönes Album, das auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hoffen lässt.“

(Morgenpost)

„…Gerade diese zurückhaltende Kombination aus Cello und Klavier sorgt für entrückte Momente und innere Einkehr.“

(MDR Figaro)

„Vogler und Stadtfeld investieren ihr ganzes Können, ihre ganze wunderbare Kunst der Gestaltung in die Auslotung dieser Werke, so, dass sie dem Hörer als absolut vollendete Kunstwerke erscheinen. Atemlos hört man zu, lässt sich von der einmaligen Klangwelt Bachs verführen…“

(Pizzicato)

“Two Bach experts perform the music of the young Johann Sebastian Bach…I found this CD enthralling, they are works that are seldom heard yet you feel as though you are present at the first performance and want to applaud.”

(classic fm)

Bach: Das Wohltemperierte Klavier

 „Martin Stadtfeld geht in seiner Deutung vor allem von der Verschiedenheit der Satztechnik aus. So versteht er bestimmte Werke als verkappte Orgelstücke, während er andere aufgrund ihres virtuos-toccatenartigen Charakters eher cembalistisch auffasst. Dem motorischen c-Moll-Präludium verweigert er beispielsweise bewusst die klanglichen Differenzierungen des modernen Flügels. Sein energetisch markanter Zugriff lässt so durch den Steinway Flügel das Cembalo durchscheinen. Dabei leistet sich Stadtfeld keine artikulatorischen Extravaganzen... Insgesamt überzeugt die klangliche Bandbreite von Stadtfelds Klavierspiel, die brillant ausgeführten Verzierungen sowie seine Fähigkeiten, polyphone Strukturen zu verdeutlichen. (Die exzellente Aufnahmetechnik holt den Flügel (mit der Akustik des Konzerthauses Dortmund) direkt ins heimische Wohnzimmer).“ Interpretation 4 Sterne, Klang 5 Sterne
(FonoForum)

 

 

 „Martin Stadtfeld versucht es jetzt mit Ende 20 und schafft es mit seiner großen Liebe zu Bach, die er mit den Goldberg-Variationen, "Bach pur" und den Klavierkonzerten schon so reichlich bewiesen hat, einen vitalen, verspielt tiefsinnigen und modernen Bach zu neuem Leben zu erwecken.“
(kulturnews)

 

 

„Auf seiner neuen CD wagt sich Martin Stadtfeld wieder an den großen Bach, an "Das Wohltemperierte Klavier", eine Art "Faust" der Literatur für Tasteninstrumente. […] Als einer der Ersten hatte Bach 24 Präludien und Fugen je einmal durch alle Tonarten gejagt. Stadtfeld spielt sie frech, spritzig, technisch virtuos, ausufernd, variabel, gelegentlich auch überdreht.“
(Welt am Sonntag)

 „Auch diesmal geht er seinen Lieblingskomponisten mit jugendlicher Frische an, macht das große Kino in den ekstatischen Passagen, schafft besinnliche Ruhe in den langsamen Stücken. Eine Ausdruckskraft, der man sich kaum entziehen kann."
(Hörzu)

 

Schubert: Klaviersonaten

„Wir erleben Martin Stadtfeld als einen zwischen Hoffnung und Enttäuschung, zwischen Trost und Abschiedsleiden schwankenden Erzähler Schubertscher Klavierprosa.“
(WDR3, Hörzeichen)

„Ungewohnt ist der interpretatorische Ansatz allemal, sehr fremd, frech und typisch Stadtfeld eben. Aber hat man sich mal eingehört, vergnügt man sich an den ausgefallenen spielerischen Experimenten kolossal. Hinzu kommt eine inner Ruhe in den meditativen Passagen, ein Tasten von Ton zu Ton, was die Schubert-Sonaten völlig neu zu hören hilft. […] Mal meditativ, mal voller Witz: Klaviermusik vom Feinsten“
(Audio, [Klassik CD des Monats, Musik/Klang 5/5 Punkte])

„Schuberts späte Sonaten verlangen eine ganz andere Gestaltung als ihre Vorgänger bei Beethoven oder Mozart. Vor allem in den beiden ersten Sätzen gilt es, mit feinen Schattierungen den musikalischen Moment zu gestalten und doch dabei das große Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Martin Stadtfeld gelingt dies vor allem in den beiden ersten Sätzen der großen B-Dur-Sonate sehr gut. Bislang hatte er sich ja vor allem im dicht gedrängten barocken Kleinformat hervorgetan, seine neue Aufnahme zeigt, dass er auch das romantische Großformat beherrscht.
Nicht Schmerz und Depression möchte Stadtfeld in dieser Musik hören, sondern Wehmut, denn die – so Stadtfeld – „umgibt den Menschen wie ein Kokon zarter Traurigkeit“. Und die Spanne von zarter Traurigkeit bis zu aufgewühlter Wut ist hier zu hören – Stadtfeld präsentiert sich als kompetenter Schubert-Interpret. Auf seiner neuen CD finden sich die Fantasie-Sonate und die große B-Dur-Sonate Schuberts, erschienen ist sie bei Sony Classical.
(Hr2 – CD-Tipp)

Als Bach-Spezialist begann er erstaunlich jung und stringent seinen Weg:Martin Stadtfeld wollte sich aber von vornherein nicht festlegen und spielte zum Beispiel Klavierkonzerte von Rachmaninow.
Nun rückt Stadtfeld auf seiner jüngsten Aufnahme für Sony (Sony BMG) Franz Schubert in den Mittelpunkt, zwei gewichtige Sonaten, die späte Sonate B-Dur und die Sonate G-Dur.(D8949)
Wer Stadtfelds Karriere verfolgt, wird ahnen, dass auch diesmal der Interpretationsansatz wieder ein sehr persönlicher ist. Natürlich entdeckt er die tiefen Abgründe in dieser Musik. Und natürlich heißt es hier: ungekünstelt, nicht mit großer Pose, nicht mit Pathos.
Die Sonate B-Dur, die einen Horowitz ebenso herausfordert wie eine Rubinstein, zeichnet er in einem großen Ganzen als ein Klavierdrama. Das Wort "Wehmut", so schreibt er im Booklet, sei ihm wesentlich. Und Wehmut durchzieht diese Musik wie ein roter Faden.
Und auch die Sonate G-Dur, in der das Menuetto mal nicht so harmlos daherkommt, wird zu einem großen Wurf, weil Kontraste geschärft sind, weil Akzente aufrütteln, weil Stadtfeld Schubert vielleicht auch als einen jungen (wenn auch: früh vollendeten Musiker) begreift.
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

 
zum Seitenanfang


Bach: Klavierkonzerte

Martin Stadtfeld: Meister seines Bachfachs
„Sein Credo „Wenn man Spaß daran hat, das zu spielen, dann sprudelt die Fantasie“ hat Stadtfeld in dieser Aufnahme insgesamt überzeugend umgesetzt. […] Er beherrscht eine glasklare Artikulation und hält mit kleinen dynamischen Rückungen die Spannung aufrecht. Die Basstöne kullern deutlich hörbar, nie herb oder bedrohlich, nie zu nett. […] Die Festival Strings Lucerne klingen sehr homogen und wunderbar aufeinander abgestimmt […]. Die Präludien und Fugen wirken wie Kontrapunkte: innig, pianolastig und geheimnisschwanger. […] Es ist ein subtil verwobenes, verträumtes, bisweilen romantisch angehauchtes Bach Spiel. […] Das klingt nie zu analytisch, sondern immer auch poetisch.“ (Musik & Klang: 4 Sterne)
(Fono Forum)

„Martin Stadtfeld sollte einmal als zweiter Glenn Gould Furore machen. Vier Alben später nun hat er ein eigenes Profil. Sein neuer Bach-Sampler swingt – einen derart quirlig perlenden, absolut transparenten Bach wie im Allegro des Konzerts d-Moll BWV 1052 hat man selten gehört. Auch in den langsamen Sätzen überzeugt der 26-jährige. Das Largo aus BWV 1056 kommt ohne Romantik-Pose aus und klingt dennoch wie der beseelte Gesang einer inneren Stimme.“
(Audio)

„Im Zentrum stehen drei Klavierkonzerte, in denen sich Stadtfeld - auch dank der bisweilen so manchen ’Vivaldi’-Akzent einwerfenden Festival Strings Lucerne - erneut als Meister seines Bachfachs zeigt. Mal mit federnd nach vorne stürmendem Musikantentum, mal mit dem nötigen Gespür für die zarte Kantabilität und kostbare Intimität.“
(Rondo)

"Eine gleichzeitig hyperwache wie auch fast traumwandlerisch anmutende Interpretation. … Im Largo wirkt Stadtfeld, als kapsele er sich ein, einsam von absoluter Schönheit träumend. … Stadtfelds Anschlag beeindruckt: ohne die Brillanz zu beeinträchtigen, scheint die Kontrolle einhundertprozentig."
(DIE ZEIT)

„Stadtfeld ist offen für Details, folgt inspiriert den Strukturen, um neue Sichtweisen aufzuzeigen. Superlative in den Kritiken sind zu erwarten - zu Recht“.
(Sächsische Zeitung)

 
zum Seitenanfang

 

Bach/Schumann: Kleine Stücke

„brillant gespielt“ (Hr2 „Klassikzeit“)

„eine gute Stunde Hörvergnügen“ (Hr2 „Klassikzeit“)

„Stadtfeld lässt sowohl den barocken als auch den romantischen Stücken seine pointierte, klar strukturierte Gestaltung zuteil werden. Er musiziert spielerisch leicht, aber ohne Spielereien, im Ausdruck zwischen tänzerischer Eleganz und arioser Intimität, stets mit dem nötigen Drive und, wenn es sein muss, mit voranstürmendem Impetus.“
(Frankfurter Neue Presse)

Klavierschüler quälen sich bisweilen durch die strenge Ordnung der Bach’schen Präludien und finden keine andere Lösung, als ihnen durch romantische Verklärung etwas Persönliches abzugewinnen. Dass gerade in der strengen Einhaltung der klaren Form die Freiheit und Lebendigkeit der Musik liegt, hört man bei Martin Stadtfeld. Der Pianist mit dem offenen Blick für Details nutzt die Struktur geradezu als Orientierung für den Hörer. Verzierungen und Rhythmuswechsel kommen umso überraschender und lebendiger daher. Unaufdringlich, aber unmissverständlich blättert der unorthodoxe Pianist für jeden nachvollziehbar die Noten auf und wirft einen Blick in die Partitur. Bachs Architektur und Lust an mathematischen Proportionen wird zum faszinierenden Hintergrund, die einzelnen musikalischen Momente zeigen sich wie eine Grafik, die man betrachtet und deren Detailgenauigkeit bei längerem Hinsehen mehr und mehr fasziniert. Welch ein Charakterwechsel bei Schumann. Man hört, was Romantik in der Musik bedeutet, Schmelz ohne Schmalz, man hält inne und möchte kaum atmen bei dieser Zartheit des Anschlages. Ob schnell oder energisch, Abendmusik oder Scherzo, diese „bunten Blätter“ von Schumann werden zu Charakterstudien, kleinen liebenswerten Skizzen.
(Rondo)

 
zum Seitenanfang

 


Mozart: Klavierkonzerte

Martin Stadtfeld spielt auf dem modernen Steinway, als habe er auf dem Hammerklavier geprobt und Bruno Weil koordiniert die Stimmen im Orchester so, dass er die Schönheit des dichten Orchesterklanges nutzt und gleichzeitig seine Durchsichtigkeit herausarbeitet und in dieser Mischung den Konzerten eine klare strahlende Schönheit gibt. Es liegt etwas Zartes, Filigranes in dieser Aufnahme, ein Hauch von Trauer des Requiems und die Freude der "Hochzeit des Figaro". Da gibt es niemanden, der sich die Aufnahme zunutze macht, um sich selbst zur Schau zu stellen. Beinahe ehrfürchtig finden alle gemeinsam eine Faszination an Mozarts Art, das von Haydn erfundene "obligate Accompagnato" aufs Schönste einzusetzen, in einem spannenden Wechselspiel zwischen Haupt- und Begleitstimme. Und weil dieses Wechselspiel zwischen den Interpreten bestens funktioniert, bekommen Mozarts Werke eine intensive Aura. Das Schönste an dieser Aufnahme: Durch das schnelle Tempo der Mittelsätze wirken die Konzerte wie aus einem Guss. Es entsteht ein spannungsvoller Bogen über das ganze Werk. Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen den drei Charakteren auf den ersten Blick abenteuerlich schien, muss man jetzt denen ein Kompliment machen, die dieses Risiko eingegangen sind. Es hat sich gelohnt!
(Rondo)

Ein Rebell wird erwachsen
Martin Stadtfeld ist ein Sunnyboy-Pianist, der im Boss-Anzug auf den Klassik-Markt gespült wurde. Seine Herangehensweise an Bachs "Wohltemperiertes Klavier" war von verblüffender Frechheit und ordentlich gegen den Strich gebürstet. Wegen seiner Eigentümlichkeit wurde Stadtfeld als neuer Glenn Gould gefeiert. Doch was bei Gould intuitive Richtigkeit war, klang bei ihm wie billig aufgesetzter Effekt - unausgegoren, pseudoarchaisch und: langweilig.
Nun legt Stadtfeld ein neues Album vor - mit Mozart. Die gute Nachricht ist, es ist seine beste CD geworden. Er spielt weitgehend effektlos, entschlackt, transparent und durchsichtig. Stadtfeld hat den großen Vorteil, das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks unter Bruno Weil hinter sich zu haben. Und das macht seine Sache erstaunlich gut: Auch bei Weil klingt Mozart schlank, unaufgeregt und dennoch tiefenscharf. Aber genau in dieser Begleitung liegt auch die Crux der Aufnahme.
Passagenweise wird das Spiel Stadtfelds im Kontrast zum Orchester belanglos, bleibt mal Klangtapete, mal bloßes Champagnerperlen, ohne die Suche nach den musikalischen Abgründen. Sicherlich, es ist schwierig, Mozart eine eigene Handschrift zu verpassen - daran tüftelten der vermeintlich beiläufig spielende Horowitz, der sich in die Partitur eingrabende Glenn Gould oder der analytische Christian Zacharias ein Leben lang. Und Stadtfeld ist auch keine Referenzaufnahme gelungen - wohl aber eine Einspielung, die einen Wandel seiner Person verfolgen lässt: Mozart zwingt ihn zu einer neuen Ernsthaftigkeit, zur Erkenntnis, dass der Pianist dem Komponisten zu folgen hat und nicht andersherum.
An Mozart lässt Stadtfeld seine Bereitschaft hören, den Stil zu hinterfragen, demütig zu werden. Und er lässt hören, dass die Arbeit an einer eigenen Sprache erst begonnen hat - und dass der Weg noch ein langer ist. Bewertung 3 Axel Brüggemann
(Welt am Sonntag)


zum Seitenanfang



Bach pur

Neulich Nacht hätte ich fast einen Unfall gebaut. Der Mond schien, die Straße war übersichtlich, mit dem Handy hatte ich auch nicht hantiert. Ich hörte bloß eine neue CD. Die haute mich um. Dabei war es nur Johann Sebastian Bach. Aber was für ein Bach! Seine "Intentionen" die sonst meist für den Klavierunterricht herhalten müssen - whooow! Neu belebt, furios beatmet. Das ganze Spektrum der Emotionen einmal kühn durchgespielt: draufgängerisch und ekstatisch, dann wieder himmlisch und still, und auch dies: witzig, Spaßlustig, verspielt. Bach total. Oder auch "Bach pur". So heißt die zweite CD eines jungen deutschen Pianist, bei dessen Namen die Kritiker sich neuerdings überschlagen: "Talent der Sonderklasse", schrieb die "Zeit", und die "Welt" jubelte: "In Martin Stadtfeld hat Deutschland den neuen Bach-Superstar." Im Frühjahr war dieser Stadtfeld, gerade mal 23 Jahre alt, urplötzlich aufgetaucht, ausgerechnet mit Bachs Goldberg-Variationen, an denen sich schon mancher verhoben hat! Die CD rauschte an die Spitze der Klassikcharts und lag ein paar Wochen sogar noch vor Anna Netrebko. Gerade ist seine zweite CD erschienen, am Wochenende wird er mit dem Echo Klassik ausgezeichnet, danach geht Stadtfeld auf Deutschland-Tournee.
(Stern)

 
zum Seitenanfang



Bach: Goldbergvariationen

Mit Bachs komplexem Kontrapunkt Zyklus gelang ihm der erste große Erfolg seiner Karriere. Seine unkonventionelle, frische Aufnahme der Variationen zog in der einschlägigen Hitliste zeitweise sogar an Opernsängerin Anna Netrebko und Stargeigerin Anne-Sophie Mutter vorbei. Schon bezeichnen Kritiker den fingerfertigen Deutschen als "neuen Glenn Gould". Der berühmte Bach-Interpret aus Kanada hat zwei legendäre Einspielungen der Goldberg-Variatioen hinterlassen.
Mit den "Inventionen" des Barock-Komponisten, die Martin Stadtfeld auf seiner neuen CD (Sony) spielt, plagen sich Klavierschüler auf der ganzen Welt. Der Pianist verwandelt die scheinbar simplen, mehrstimmigen Stücke jedoch in ekstatische Musik. Eine Karriere ganz im Zeichen des genialen Tonsetzers. Von Bachs Werk ist der junge Klavierheld dann doch beeindruckt: "Es ist, als würde sich in seiner Musik der gesamte Kosmos spiegeln."
(Focus)

Auch Deutschland hat jetzt seinen eigenen Bach-Superstar. Der 23-Jährige Martin Stadtfeld ging auf eigene Faust ins Tonstudio, um (ohne CD-Vertrag) Bachs Goldberg-Variationen einzuspielen. Ein Selbstmordkommando, hatten doch mit diesem Großwerk auch nach Glenn Gould Pianisten wie Murray Perahia, Andrei Gawrilow und Rosalyn Tureck für Furore gesorgt. Vollends verrückt, wenn nan sich vorstellt, dass Stadtfeld ein Band ausgerechnet an Sony schickte, wo man Gould und Perahia im Programm hat - und wo Stadtfelds "Goldberg-Variationen" jetzt tatsächlich erschienen sind.
Den exzentrischen Bach-Raum der 30 "Goldberg-Variationen" durchtanzt Stadtfeld mit delirierender Ekstase und satyrhaftem Schwung. Er variiert und oktaviert, bis gewirkten Bach-Hörern die Ohren schlackern. In der 7. Variation klingeln handyhaft die Töne, Messerwerfer-Stakkati in Nr. 16, das Spiel eingeölter Muskeln in Nr. 20 erregen Unglauben und Bewunderung. An pianistischer Meisterschaft fehlt diesem Supertalent nichts - höchstens Skrupel. Deutsche Erdung, Grübeln und Dunkeln sind seine Sache nicht. Dass Martin Stadtfeld noch launisch-ausladender, unberechenbarer spielen kann, zeigte er unlängst bei einer Präsentation im Berliner Sony-Center - auch hier mit den "Goldberg-Variationen". Da gab er ein Beispiel für deutsche Exzentrik, lyrische Überspannung und analytische Spontaneität, die unter deutschen Pianisten fast obszön wirkt. Oder haben Gieseking, Kempff und Brendel je so unorthodox gespielt?! Die Zeit des pianistischen Lordsiegelbewahrers ist vorbei. In Martin Stadtfeld erhält die internationale Klavierszene interpretatorische Vieldeutigkeit und Weitblick. Die kann sie dringend brauchen. Aus dem deutschen Westerwald frisch ans Klavier: Neben Lars Vogt ist Martin Stadtfeld der wohl erste Pianist seit 30 Jahren, der reelle Chancen auf eine Weltkarriere hat
(Die Welt)

Stimulation statt Valium - daran denkt man jetzt wieder, wenn man die extrem beweglichen Finger von Martin Stadtfeld durch diese Goldberg-Variationen klettern hört (Sony 93101). Der 23-jährige Pianist ist da mit einer Abgebrühtheit unterwegs, als habe es die einschüchternden Aufnahmen Glenn Goulds und die frappierenden aktuellen Ableitungen von Murray Perahia und András Schiff nie gegeben. Stadtfeld ist ein Talent der Sonderklasse, und dieses Talent behauptet sich gerade in der Freiheit, mit der es sich dem Kanon der Vorgaben und Modelle entzieht. Gleichwohl bleibt Gould sein geheimer Lehrmeister: "Hat der uns nicht alle am meisten inspiriert und zum Nachdenken gebracht?"

Was macht Martin Stadtfeld in den Goldberg-Variationen, das andere nicht machen? Er verwirrt den Hörer. Er spielt das Original unschuldig - und gleich in der Wiederholung eine tollkühne Variante: Er treibt dort die Hände bisweilen jeweils um eine Oktave nach außen, er tauscht die Lagen, indem er den Sopran nach unten dreht und den Bass nach oben. Die Horizontale dient ihm als Spiegelachse, die er immer mithöre, in der Zweistimmigkeit sei sie "seine dritte Dimension". Spieltechnisch ist das alles ungemein souverän und gewinnend, aber es ist nie adrett: Aus den Ecken huschen beizeiten die ungezähmten Geister der Virtuosität heran. Stadtfelds Bach kann prasseln, brausen, funkeln, jovial kann er den brillanten Artisten spielen. Aber er kann auch dermaßen still sein, dass man erschrickt. Natürlich hat er Angst, dass alle ihn jetzt auf Bach festlegen. Der ist zwar das Alpha und Omega seines Denkens, doch mitnichten das ganze Alphabet. Der junge Deutsche kann noch viel mehr. (Die Zeit)

 
zum Seitenanfang


Pressestimmen zu den Konzerten

„Auch das 2. Klavierkonzert in c-Moll Op. 18 von Rachmaninow entstand zu Beginn des 20. Jahrhundert. Der Pianist Martin Stadtfeld ist fast genauso alt, wie Rachmaninow war, als er das Konzert mit 28 Jahren komponierte. Stadtfeld interpretierte es in äußerst sensiblen Spiel mit sehr weicher, jugendlich empfindsamer Klanggestaltung." (Pforzheimer Zeitung, Konzert 30.01.10, Baden-Baden/Festspielhaus)

"Drei Toccaten und die "Französischen Ouvertüre…zeugen von der Souveränität, mit der Stadtfeld Bachs Musik interpretiert. Stadtfeld wählt überzeugende Tempi, phrasiert sensibel und verdeutlicht die polyphone Linienführung wunderbar durch unterschiedliche Artikulationen der Stimmen in rechter und linker Hand. Dabei ist sein Spiel erstaunlich klangsinnlich, die fis-Moll-Toccata und die Ouvertüre geraten fast träumerisch."  (Hamburger Abendblatt, Konzert 29.04.09, Hamburg/Laeiszhalle) 

 "Was für eine schöne, kleine Tradition: Immer, wenn Starpianist Martin Stadtfeld irgendwo auftritt, nimmt er sich die Zeit, sein Wissen zu teilen - mit neugierigen kleinen Kindern. Und so sitzt er am Donnerstag in der Kummerfelder Osterkirche und erklärt 90 Grundschülern, was so spannend ist an diesem Johann Sebastian Bach und seiner Musik...Die sechs- bis neunjährigen Mädchen und Jungen…schauen ihn mit strahlenden Augen an und klatschen begeistert…Am Abend zuvor hatte Martin Stadtfeld in der Laeiszhalle Toccaten von Bach, Schumann und Prokofjew mit seiner Empfindungskraft in unsere Zeit geholt: selbstvergessen in seiner virtuosen Spielfreude, makellos in der Technik, feinstdifferenziert in seiner Anschlagkultur. Mal aufbrausend, mal tänzerisch leicht, mal voller Eleganz - und immer stimmig."(Hamburger Morgenpost, Konzert 29.04.09, Hamburg/Laeiszhalle) 

"Fugen aus dem Weltall – Im es-Moll-Präludium hörten alle Uhren zu ticken auf. Wer gerade Atem geschöpft hatte, hielt ihn an: Die Weimarhalle wurde für einen endlosen Augenblick zum der Erdzeit entrückten Raumschiff auf „der Reise zum Inneren der Seele“…“Fugen aus dem Weltraum“ finde man im 1. Band von Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Clavier“, schwärmt Stadtfeld, der diesen Zyklus im Rahmen der „Thüringer Bachwochen“ interpretierte. Und so spielte er die dis-Moll-Fuge, die enharmonische Schwester des es-Moll-Präludiums, als hätte Bach sie aus dem Schwarzen Loch im herzen unserer Milchstraße zu uns gefunkt: schwebend. Ätherisch getupft, im Decrescendo hinter dem Ereignishorizont verschwindend…Und so ist das kosmische Panorama dieses unvergessliche Recitals schon umrissen: Zwischen dem cis-Moll-Präludium als introvertiertem Liebeslied, der lakonisch hingezimmerten D-Dur-Fuge, dem unwiderstehlichen Drive der Es-Dur-Fuge und der Transparenz und Exaktheit des e-Moll-Präludiums bewegte sich Martin Stadtfeld durch Bachs Universum wie das Licht durch den unendlichen Raum…Das euphorisierte Publikum erklatschte sich mit Standing Ovations zwei Zugaben: Neben einer Bach-Suite-Bearbeitung ertönte Sergej Prokofjews Toccata in d-Moll als apokalyptische Unausweichlichkeit – und vor Schreck fingen die Uhren wieder zu ticken an."(Thüringische Landeszeitung, Konzert 19.04.09, Weimar/Weimarhalle)

"Stadtfelds Stärke ist das sangliche Perlen der Töne. Zart und leise beginnt er Bachs e-Moll-Toccata, lässt die flotten Passagen wie am Schnürchen aufblitzen. In der D-Dur-Toccata wechselt Aufbrausen mit leisem Buchstabieren, befreit sich Stadtfeld zu fast tänzerischer Leichtigkeit, die nach dem plastisch gestalteten Dialog der Fugenstimmen mit einem flotten Abspann ins Helle führt. Eine beflügelnde Interpretation. Das war schon der passende Ton für Bachs „Französische Ouvertüre", einer Tanzsuite, in der Stadtfeld aus elegant fließender Bewegung immer wieder neue Charakterformen schöpfte, mal kokett verziert, mal träumerisch, und mit Laut-Leise-Echo am Schluss…Aber lieben wollen wir ihn für die zugegebene Siciliana von Bach als bergendem Nachtgesang." (Braunschweiger Zeitung, Konzert 12.03.09 Braunschweig)

Gespielt wie gesungen. Martin Stadtfeld interpretierte Toccaten von Bach und Prokofjew in Braunschweig

„Stadtfelds Stärke ist das sangliche Perlen der Töne. Zart und leise beginnt er Bachs e-Moll-Toccata, lässt die flotten Passagen wie am Schnürchen aufblitzen. In der D-Dur-Toccata wechselt Aufbrausen mit leisem Buchstabieren, befreit sich Stadtfeld zu fast tänzerischer Leichtigkeit, die nach dem plastisch gestalteten Dialog der Fugenstimmen mit einem flotten Abspann ins Helle führt. Eine beflügelnde Interpretation." (Newsclick, Konzert 12.03.09 Braunschweig)

Martin Stadtfeld spielt Bach: Weg durch Klangwelten führte ins Fegefeuer

"Seine Interpretation des "WT 1" beeindruckt noch mehr seine Goldberg-Varationen. Weil seine Reise durch den Quintenzirkel auch eine Reise durch Klangwelten ist, aus der große Reife klingt. Eine Meisterleistung an Konzentration war dieser Abend und eine Meisterleistung an Klangfantasie. Sanft und innig eröffnete Stadtfeld den Zyklus in C-Dur. Zwei Stunden später, in denen die Spannung nie abfiel, war er im impulsiven Fegefeuer des h-Moll-Präludiums angekommen. Dazwischen hörte man viele Facetten differenzierten, ausdrucksstarken Klavierspiels und noch mehr Anschlagsvarianten und Klangfärbungen mit dem Pedal. Nach Chopins Nocturnes und Debussys Impressionismus klangen einige der geschmackvoll verzierten Präludien, nach barocken Tänzen andere, spielerisch virtuos und dabei sehr klar und linear die Fugen. Mächtige Orgelklänge imitierte Stadtfeld auf dem Klavier und silbrige Cembalotöne. Es war eine Reise aus dem Barock durch Rokoko und Romantik. Innig und impulsiv. Meisterlich." (Ruhr Nachrichten, Konzert 25.02.09 Dortmund/Konzerthaus)

 „Martin Stadtfeld in Frankfurt gefeiert. Szenen wie nach einem Popkonzert spielten sich am Donnerstagabend am Ende des Klassikkonzerts von Martin Stadtfeld in Frankfurt ab. Rund 1650 Besucher feierten den 28-jährigen Pianisten in der ausverkauften Alten Oper für seine erste Live-Aufführung von Bachs Monumentalwerk „Das Wohltemperierte Klavier". Der Bejubelte bedankte sich mit einer furiosen Darbietung von Prokofievs „Toccata" als Zugabe. Der Meisterpianist […] interpretierte in der Reihe „Große Interpreten" die 24 Präludien und Fugen von «Band I (BWV 846- 869)» auswendig und hochkonzentriert. Er erfüllte das streng konstruierte, ebenso anspruchsvolle wie facettenreiche Werk mit Leben und ließ es hochmodern klingen."  (dpa Meldung, Konzert 05.02.09 Frankfurt / Alte Oper)

 „Herrn Stadtfelds Gespür für C. Martin Stadtfeld zieht wie eine Ein-Mann-Prozession durch diese Musik, lässt den Klang von Ferne sich nähern, baut Atmosphäre auf, steigert sich in der cis-Moll-Fuge dabei gar in einen heiligen Zorn. Was Stadtfeld, als Bach-Interpret erfolgreich wie kein zweiter deutscher Pianist derzeit, mit diesem Wohltemperierten Klavier macht, ist verblüffend individuell und deshalb unbedingt hörenswert. Er sucht für jedes Präludium und jede Fuge eine eigene Klanglichkeit, prescht mal cembalistisch voraus, schmilzt mal dem Clavichord gleich dahin, baut mal Kathedralen aus Orgelsäulen auf. Wer ihm nicht ins überhöhte Mittelalter folgen möchte, muss nur ein, zwei Tonarten warten, dann ist Stadtfelds Weg wieder im Licht angekommen: Extrem charmant nimmt er die Cis-Dur-Fuge, taghell ist alles in Fis-Dur, ausgesprochen physisch stemmt er das G-Dur-Präludium aus den Tasten; staubtrocken der jeweils erste Ton des A-Dur-Fugenthemas. Nie hebt Stadtfeld die Signalfahne, um einen Fugeneinsatz anzukündigen, er spielt nicht mit Zeigefinger; vielmehr sucht er die Poesie in jedem Stück aufs Neue. Stilistisch riskanter kann man ein Wohltemperiertes Klavier nicht anlegen. Wer Kerzen flackern sieht und das auch so formuliert, begibt sich naturgemäß in Gefahr, als Sentimentalist zu gelten, Bachs Fugen nivelliert zum schlichten Lied ohne Worte. Doch Stadtfeld wird seiner poetischen Idee gerecht ohne Substanzverlust - eine enorme Leistung. Das erste Buch des Wohltemperierten Klaviers, auswendig vorgetragen, sinnlich und als großes zyklisches Ganzes gestaltet: Martin Stadtfeld wurde dafür vom Pro-Arte-Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert."(Frankfurter Rundschau, Konzert 05.02.09 Frankfurt/Alte Oper)

„So sinnlich können Fugen sein - Ein gefeierter Martin Stadtfeld tauchte in der Alten Oper Frankfurt tief in die Welt von Bachs „Wohltemperiertem Klavier" ein. Es gibt nicht viele Pianisten, die das „Alte Testament der Klavierspieler" […] in einem Konzert aufführen – schon gar nicht mit Ende zwanzig. Martin Stadtfeld traute sich dies, vollbrachte eine enorme Gedächtnis- und Konzentrationsleistung und erntete einen Riesenerfolg. [Er] wählte wie schon auf seiner CD-Einspielung einen ganz eigenen Zugang zum abendfüllenden ersten Band dieses fast 300 Jahre alten Monumentalwerks, das sich lehrbuchhaft durch das chromatische Tonartengerüst schraubt. Fernab von jeglicher akademischen Strenge oder gar etüdenhafter Gelehrsamkeit begriff Stadtfeld diese Sammlung als Zyklus ganz unterschiedlicher Charakterstücke und machte sie als sinnliche Musik erfahrbar: mal lustvoll-spielerisch wie im Cis-Dur-Präludium oder im Duktus einer Passionsmusik wie beim e-Moll-Präludium; mal frech und trotzig wie beim fis-Moll-Präludium oder keck wie in der A-Dur-Fuge oder gar mit schmerzlicher Expressivität wie beim b-Moll-Präludium. Schon der Einstieg mit dem bekannten C-Dur-Vorspiel hatte magische Qualitäten. Stadtfeld gestaltete die Dreiklangsbrechungen wie Harfen-Arpeggien, in makelloser, fast überirdischer Schönheit. Mit seiner über alles erhabenen Anschlagskultur und Technik, vor allem aber mit seiner Empfindungskraft holte Stadtfeld Bach in die Neuzeit, ohne der Musik Gewalt anzutun und ohne ihre Strukturen zu verleugnen. Das Publikum tobte: Prokofieffs wahnwitzige „Toccata" als Zugabe und noch einmal Bach zur Beruhigung – eine Sternstunde im wahrlich an Höhepunkten nicht armen Frankfurter Musikleben!"(Frankfurter Neue Presse, Konzert 05.02.09 Frankfurt/Alte Oper)

„Martin Stadtfeld spielte Bachs Wohltemperiertes Klavier I in der Essener Philharmonie und schuf dabei die Verbindung von perfekter Form und innerer Leidenschaft. Das ist lebendiges Bach-Spiel. Nicht akademisch, nicht formalistisch. Martin Stadtfeld vermittelt genau das, was er selbst im Wohltemperierten Klavier sieht: die Verbindung von perfekter Form und innerer Leidenschaft. Den großen Strom, der einen mitreißt. Vom Publikum in der Essener Philharmonie [...] gab es dafür die erwarteten Standing Ovations. Das Eingangs-Präludium fließt dahin wie manch ein Debussy-Pre´lude. Noch ein ums andere Mal schafft der 28-Jährige diese Momente, etwa in den Präludien es-Moll oder B-Dur. Das sind Augenblicke von einer meditativen Entrücktheit, wie sie auch ein Svjatoslav Richter so wunderbar zelebrieren konnte. Und dann taucht immer wieder der energische Bach auf. Sechzehntel-Feuerwerke wie im c-Moll-Präludium oder in der e-Moll-Fuge. Diese aufrüttelnde Wirkung kommt vor allem dann großartig zum Ausdruck, wenn Stadtfeld Präludium und Fuge als markanten Kontrast gegenüber stellt (f-Moll oder g-Moll). Immer wieder setzt der Pianist, dessen Einspielung des Wohltemperierten Klaviers (Teil 1) unlängst bei Sony erschienen ist, eindrucksvolle Ruhepunkte. Doch richtig zur Ruhe kommt der Hörer in Stücken wie der geheimnisvollen gis-Moll-Fuge freilich nicht. Im Gegenteil: Man wird gefesselt von der Klangwelt, die der Interpret erzeugt. [...] Richtig virtuos wurde es dann noch einmal in der Zugabe - mit einer Toccata von Sergej Prokofjew."
(WAZ, Konzert 11.01.09 Essen/Philharmonie)

„Stadtfeld bereichert die Kompositionen, ohne jeden Ton gleich in ein Drama zu verwandeln. Das muss er auch nicht. Ein so glänzender Spieler wie er, der das Andantino aus Schuberts später A-Dur-Sonate in den Piano-Regionen gegen den Husten-Orkan des Publikums derart gelöst und strömend zelebriert, den feinsten Wendungen, der Stille nahe, höchst empfindsam nachspürt, hat unbestreitbar das Glück der Zuhörer auf seiner Seite. Nichts wirkt überschwänglich. Die Momente des Schweifenden, der maßvollen Süße, des Grenzenlosen und die kaum wahrnehmbaren physischen Anstrengungen eines disziplinierenden Willens geraten bei Martin Stadtfeld häufig in ein aufregend herrliches Spannungsverhältnis. Selbst die eigentlich so herbe Kontrapunktik der Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier (BWV 857/864) profitiert von dieser geistigen und emotionalen Haltung. Was Stadtfeld souverän im polyphonen Netzwerk markiert, verweist auf winzige Effekte, ohne dass er ihnen deshalb gleich die große, streng genormte Linearität der Bachschen Konstruktion opfert."
(Mannheimer Morgen, Konzert 07.01.09 Mannheim/Rosengarten)

"Ein Glücksfall im Konzertsaal - Martin Stadtfeld mit Bachs Tonarten-Zyklus. Stadtfelds Interpretationen des WTK setzt – fünf Jahre nach seinem sensationellen Debüt mit Bachs ‚Goldberg Variationen’ – nach wie vor auf starke, manchmal auch grelle Kontraste…Nachdem sich der Pianist brillant ins polyphone Geflecht der Es-Dur Fuge verbohrt hat, folgt er wie traumverloren der elegischen Stimmung des es-Moll-Präludiums und taucht in der dis-Moll Fuge erst langsam, mit einzelnen herausgeleuchteten Tönen, aus der dichten chromatischen Bewegung wieder auf. So reihen sich überraschende Höreindrücke aneinander. Obwohl Martin Stadtfeld bei vielen Stücken des Zyklus eigenwillige dynamische Akzente setzt, sind die mehrstimmigen Strukturen klar herausgearbeitet. Den Klangraum des Steinway-Flügels nutzt Stadtfeld in extremer Breite, sein pianistischer Vorstellungshorizont reicht von Scarlatti bis Schostakowitsch…Das geschieht mit souveräner Technik und virtuoser Klanggestaltung…" (Ludwigsburger Kreiszeitung, Konzert 16.12.08 Stuttgart / Liederhalle)


Stadtfeld bestätigte glänzend, dass ein virtuoser Bach seine unbestrittene Domäne ist. Aber auch, dass Virtuosität nicht alles ist. Absoluter Triumph des Virtuosen: Prokofjews Toccata als Zugabe. Standing ovations.“
(Süddeutsche Zeitung, Konzert 07.12.08 München/Prinzregententheater)

„Es spricht für Stadtfelds Sensibilität, dass sein Konzert kein eingefrorenes Duplikat der neuen CD ist. In Nürnberg stieg er mit hartem Schnitt und geschlossenen Augen in die Trance, aus der prälaudierende Streicheleinheiten wie Rauchkringelchen aufstiegen. Von getüfteltem Gefühl durchdrungene Hörbilder inklusive. Beim Aufbau der Fugen fuhr die Neigung, das Pedal als Blasebalg einzusetzen, gelegentlich dazwischen. Doch das Wechselspiel von Spannung und Entspannung, im zweiten Teil auch an geduckt konzentrierter und entkrampft gereckter Körperhaltung ablesbar, funktionierte faszinierend.Der Jubel kam von allen Rängen."(Abendzeitung, Konzert 23.11.08 Nürnberg/Opernhaus)

„Der Bach-Beschwörer - Verhangenes d-moll, lichtes G-Dur, sakrale Bassgänge in A-Dur oder Bachs beschließendes Selbstporträt in h-moll: Stadtfelds pianistisches Gewissen und Können fließt in jede Triole und Verzierung, ohne einen Hauch manieriert zu klingen. 48 Seelendramen in zwei Stunden: Das hat nichts mit akademischer Manual-Mathematik zu tun, sondern fächert Emotionen in allen ihren Facetten spektral auf.“
(Nürnberger Nachrichten, Konzert 23.11.08 Nürnberg/Opernhaus)

„In der Sonntags-Matinée im Opernhaus führte Stadtfeld einen subtilen Umgang mit Farben vor. Variable Spielzüge machten die Bach-Werke zum Hörerlebnis. […] Da öffnete sich ein reicher Ausdruckskosmos, nicht zuletzt durch flexible Regie des Pedals und vitale, nie überzogene Phrasierung und Artikulation. Die Virtuosität, die technische Kontrolle, auch der energische Zugriff sowie die Durchsichtigkeit in den polyphonen Strukturen verdienen hohes Lob. In keiner Phase wirkten die Spielzüge trocken und in ein didaktisches Korsett gepresst. Mit seinem leuchtkräftigen, beredten Klavierton nahm der Pianist den Bachschen Fugen jede motorische Strenge. Nichts erstarrte im dogmatischen Ernst, sondern imponierte durch stimmige Zeitmaße. Wie brillant erschien die Architektur in der cis-Moll-Fuge. Es gab weder donnernde Passagen noch pompöse Aufplusterungen, da Stadtfeld die Dynamik hellhörig abstufte. Leuchtende Farben machten das b-Moll-Präludium zur klanglichen Oase. Empfindsame elegische Abschnitte schimmerten im romantisierendem Timbre und verdämmerten im Pianissimo. Stets erschien die Dialektik der Präludien sinnfällig durchgeformt. Furios ging Stadtfeld die e-Moll-Fuge an, breitete die weiten Dimensionen der h-Moll-Fuge aus und dekorierte die Fuge in A-Dur charmant mit kapriziösen Spitzen. Stadtfeld, dieser experimentierfreudige Geist und stupende Techniker, löste beim begeistert applaudierenden Publikum große Bach-Euphorie aus. Beim zugegebenen Toccato-Donner von Prokofieff gerieten alle vollends aus dem Häuschen.“
(Nürnberger Nachrichten, Konzert 23.11. Nürnberg/Opernhaus)

„Mit einem immensen Maß an Präzision, Plastizität und Organik zeigte er seine zweifellos vorhandene außergewöhnliche Musikalität und Intelligenz, aufgrund derer ihm Deutungen von beinahe mikroskopischer Genauigkeit und gestochen scharfer Artikulation gelangen. Dass Stadtfeld über eine frappierende Technik verfügt, weiß man nicht erst seit gestern. Im Rahmen der Zugaben zu seinem – bis dahin per se schon extrem herausfordernden – Programm demonstrierte er dies noch eindrucksvoll anhand eines originellen Zeitsprungs zu Prokoffiews Toccata." (klassik.com, Konzert 23.11.08 Nürnberg/Opernhaus)

„Er kam, spielte und siegte. Flehentlich-hymnisch tastet sich der Bach-Virtuose Martin Stadtfeld über den Flügel, nuancierte Dynamik und Tempo in gewohnter Feinheit und zog die Zuhörer der fast ausverkauften Stadthalle Montabaur in seinen Bann voll Wehmut und Melancholie. […] Als hätte er sich einer schweren Last entledigt, ließ er perlende Läufe hören, donnerte mal über den Flügel, zeigte dann wieder einen sanften Anschlag und steigerte sich zu einem Scherzo, dessen „vivace“ großartig war.“
(Nassauische Neue Presse, Konzert 16.11.08 Montabaur/Stadthalle)

„In technischer Hinsicht geht Martin Stadtfeld bis an den Rand spieltechnischer Möglichkeiten. Aber auch das wirkt nicht wie bloße Artistik, sondern erfüllt seinen Zweck, nämlich den des Entwerfens von Klangflächen.“
(Badische Zeitung, Konzert 11.11.08 Badenweiler/Römerbad)

„Eine Entdeckung war auch Beethovens 2. Klavierkonzert in der großartigen Interpretation durch Martin Stadtfeld […]. Gleichklang und Harmonie zwischen Solisten, Dirigenten und Orchester war Basis für eine Wiedergabe, die große Vergleiche nicht zu scheuen brauchte. […] Stadtfeld überzeugte mit höchster Anschlagskultur, mit perlenden Läufen und bot innerhalb eines gesteckten Rahmens eine Vielzahl an Nuancen, die er äußerst sensibel ausbreitete." (Dresdner Neueste Nachrichten, Konzert 01.11.08 Semperoper Dresden / Die Live-Aufnahme dieses Konzerts ist auf der CD "Der junge Beethoven" zu hören.)

„Opus 19 sei sein liebstes unter Beethovens Klavierkonzerten, sagt Martin Stadtfeld. Sind es die seinerzeit innovative Virtuosität und pedalverstärkte Klangfülle, die den gefeierten 28-Jährigen faszinieren? Während Weigle die Kapelle zu abgerundeten, in sich ruhenden Gesten animierte, forcierte Stadtfeld am Soloinstrument von Anbeginn mit hartem, energischem Anschlag. Seine Vorstellung blieb bis zur letzten Note technisch ohne Makel." (Sächsische Zeitung, Konzert 01.11.08 Semperoper Dresden / Die Live-Aufnahme dieses Konzerts ist auf der CD "Der junge Beethoven" zu hören.)

Das sechste Konzert des Heidelberger "La Passione"-Festivals präsentierte mit dem 22-jährigen Martin Stadtfeld eine der spektakulärsten deutschen Klavier-Entdeckungen der letzten Zeit. ... Stadtfeld bestach mit einer Mischung aus tänzerisch kantabler Eleganz und polyphoner Transparenz, die ohne weiteres auf dem Niveau eines Schiff oder Perahia anzusiedeln war. Klangsubtileres und erfüllteres, ja natürlicher strömendes Bach-Spiel hat lange kein ähnlich junger Pianist mehr geboten.
Stadtfelds geradezu phänomenales Gespür für expressive Spannung machte auch Beethovens nachfolgende "Appassionata" endlich wieder einmal zu einem elektrisierenden Hörereignis. Liszts h-Moll-Sonate krönte den Abend in einer ebenfalls überwältigend souveränen und emphatischen Wiedergabe, deren rare Dichte und Bravour zu Recht Ovationen auslösten.
(Rhein-Neckar-Zeitung)

... Nicht minder aufregend sprengte der 23 Jahre alte Martin Stadtfeld in den Goldbergvariationen die Hörererwartungen. Eigenwillig spreizte er Klangraum und Polyphonie: durch registerartige Oktavierungen in Diskant und Baß, durch fast schmerzhafte Kontraste von Dynamik und Tempi, Esoterik und Brillanz. Im packenden artisitschen Manierismus erinnerte Stadtfeld an Glenn Gould...
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Das Beste gab es zum Schluss, zumindest in der Reihe der Mittagskonzerte. Denn der 23-jährige Pianist Martin Stadtfeld nahm die hohe Hürde, nach dem "großen" Namen Levin, Koriolov und Hewitt spielen zu müssen, mühelos. Und nicht nur das.
Sein Auftritt im enttäuschend schwach besetzten Mozartsaal war eine Offenbarung in Sachen "Bach auf dem Steinway". Denn dem bis jetzt einzigen deutschen Gewinner des Leipziger Bach-Wettbewerbs gelang es, den Flügel in leisen, weichen Farben singen zu lassen. Pianistische Kraftmeierei, protzende Virtuosität oder esoterisch-abgeklärte Selbstbezogenheit sind Stadtfelds Sache nicht. Elegant und leichtfüßig perlt das Laufwerk im Prélude aus Johann Sebastian Bachs vierter Englischer Suite F-Dur. Fingertechnisch brillant, jeder Anschlag kontrolliert, dabei die virtuose Seite nie in den Vordergrund schiebend, rast er durch das Praeambulum der fünften Partita. In den ruhigeren Sätzen, den Allemanden und Sarabanden, taucht er in geradezu melancholische Tiefen ab, gestattet sich vielleicht einen Hauch zu viel Chopin-Nocturne-Gefühl, überzeugt aber durch seine zwingenden Phrasierungen.
Bis in feinste Grade nuanciert er die Dynamik, spürt in Air und Courante aus Bachs zweiter Französischer Suite c-Moll kleinsten Verästelungen nach, setzt viele feine Pedaltupfer, huscht grazil durch die Menuette. Triller, schnell-figurierte Ketten und Läufe sind rund und ausgewogen, kontrolliert und fein klingend. Und immer wieder ist es der melancholische Gestus wie er in der Sarabande der G-Dur-Partita, der ergreift und den Zuhörer bis ins Mark trifft.
(Stuttgarter Zeitung)

... Die Sensation aber ist der Pianist Martin Stadtfeld: Er spielt die "Goldberg-Variationen" mit einer Brillanz und kaltblütigen Meisterschaft der Disposition, die einem höchste Vergleiche abnötigt. Stadtfeld gestaltet die 30 Variationen als Experimentalstudie. Er tauscht in den Wiederholungen bisweilen die Lagen, spielt also den Bass im Diskant und umgekehrt; oder er spreizt die Räume, indem er die Stimmen jeweils um eine Oktave nach außen verschiebt. Manchmal verdoppelt er auch den Bass, dann klingt's, als sei Busoni auf der Durchreise. Dabei schielt Stadtfeld, der den Leipziger Bach-Wettbewerb 2002 gewann, nicht auf Effekte. Ein bescheidenes Riesentalent..
(Rheinische Post)

... Der junge Busoni-Preisträger,... fächerte dazu einen Piano-Ansatz extrem weit auf und schattierte in diesem eng gesteckten Rahmen überaus fein. Cembalistisch leicht im Ansatz, spielte er mit lockerem Halbstaccato und minimal getupftem Pedal kristallin klar in den Ecksätzen und horchte der ariosen Melodie im Adagio enorme Ausdruckstiefe ab. Das renommierte Schweizer Streichensemble, ... begleitete das durchsichtig hell in konsequentem Non-Vibrato.
Eminent auch Stadtfelds Bach-Zugabe: Das Präludium und die ungeheuerliche Tripelfuge in fis-Moll BWV 883 aus dem zweiten Band des "Wohltemperierten Klaviers".
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Bei Martin Stadtfeld (21) gibt es dennoch keine Diskussionen: Der deutsche Pianist spielt Bachs c-Moll-Partita BWV 826 auf unantastbarem Niveau. Mit eleganter Strenge, hoher rhythmischer Energie, vollendetem Formgefühl und gänzlich unmanieriert. Das zeigt in Klang und Linie eine ganz eigene Sprache. Von diesem Pianisten wird man alsbald wieder hören. ... Mit welcher kristallinen Klarheit und überirdischen Vollkommenheit der deutsche Pianist Martin Stadtfeld in Bachs c-Moll-Partita einen Kosmos entfaltet, selbst im zartesten piano nichts von seiner Plastizität opfert und dabei große Bögen spannt, blieb an diesem Abend ohne Konkurrenz und hält auch sonst jedem Vergleich stand! Stadtfelds brillante Technik tritt dabei hinter einer geistigen und künstlerischen Reife zurück, die für einen 21jährigen ungewöhnlich ist. Seit 1988 (!) kann Leipzig damit erstmals wieder einen Ersten Bachpreisträger im Fach Klavier feiern, von dem in Zukunft hoffentlich noch sehr viel zum Thema Bach ausgehen wird.
(Leipziger Volkszeitung)

zum Seitenanfang