Presse

Wie schön leuchtet der Morgenstern - Der junge Bach

„[Martin Stadtfeld] überzeugt aufs Neue durch die Mischung aus Klarheit und Emotionalität: Sein Bach-Spiel ist motorisch und strukturiert, wenn er das Architektonische in der Musik betont, aber es hat auch genügend Sanftheit und Klang oder wirkt verspielt, wenn er den Verzierungsreichtum dieser frühen Werke herausstellt.
(NDR Kultur)

„Die Orgelwerke wie das Choralvorspiel auf „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, die Toccata und Fuge d-Moll sowie die Passacaglia c-Moll hat Stadtfeld selbst für das Klavier eingerichtet. Und das ist schon etwas Besonderes, denn Stadtfeld hat sich Gedanken gemacht, um diesem frühen Bach entgegenzutreten. […] So ist das Choralvorspiel in intimer Klanglichkeit, stark von romantischem Spiel beeinflusst, ganz im Sinne des Lyrismus des Werks, während die Toccata und Fuge dann sehr brillant und spitz klingt, entsprechend der Virtuosität des Orgelwerks. Und Stadtfeld lässt den Flügel mit viel Pedal rauschen, wie in einem Kirchenschiff, ohne dabei die Flügeleigenschaft zu negieren. […] Das Capriccio „Über die Abreise des geliebten Bruders“ ist ein Wechselbad der Gefühle und Klangvorstellungen. […] In dieser spannenden Aufnahme zeigt Stadtfeld, dass er bei Bach immer etwas Besonderes zu „sagen“ hat.“
(Piano News)

„[Stadtfeld] stellt die Register […] nicht nur geschmackssicher einander gegenüber, sondern weiß auch inhaltlich motivierte Verbindungen zwischen den extremen Klangbereichen zu finden – etwa dann, wenn er das Subjekt in die Hölle der tiefsten Bassregion schickt, ohne es jedoch im Klanggrollen untergehen zu lassen, sondern ihm vielmehr eine beeindruckende Himmelfahrt in den sternenfunkelnden Diskant beschert.“
(Rondo, CD des Monats)

„Über 300 Jahre nach Bachs Geburt hat der heutige Hörer das Gefühl, dabei zu sein, wenn ein Genie seine Sprache findet – eine Entdeckung.“
(TipBerlin)

Mendelssohn: Klavierkonzert

„„Martin Stadtfelds neues Album macht die Welt heller und freundlicher…die vorwärtsdrängende Energie bei Mendelssohns farbenfrohem Klavierkonzert wirkt beflügelnd. Stadtfeld musiziert mit der Academy of St. Martin unter Sir Neville Marriner wie im Rausch.“
(Stern)

„Sonderbar, dass Mendelssohns g-Moll-Klavierkonzert bisher relativ unbekannt geblieben ist – ist es doch ein brillantes, hochvirtuoses Werk, das die Wertschätzung aller Klavierenthusiasten verdient. Nun bildet es das Herzstück auf der neuen Mendelssohn-CD Martin Stadtfelds. Ohne Umschweife legt Stadtfeld ungestüm los, hervorragend unterstützt durch das Orchester Academy of St Martin in the Fields unter der Leitung von Sir Neville Marriner. Im Finale wird der Zuhörer mit waghalsigem Tempo und Gewitztheit bis zum Ende mitgerissen. Nach all der Lebensfreude schlägt Stadtfeld mit den ‚Variations sérieuses‘ einen ernsteren Ton an und rundet die CD mit einer Auswahl der ‚Lieder ohne Worte‘ ab, die dank seines angenehm unsentimentalen Spiels im neuen Licht erscheinen. Auf der Bonus-CD kommen die Fans seiner Bach-Interpretationen auf ihre Kosten: Neben der ‚Erinnerung‘ von Schumann spielt der Pianist drei Bach-Choräle auf seine gewohnt erfrischende Art.“
(Crescendo)

"Mit einem Livemitschnitt dieses spieltechnisch äußerst anspruchsvollen Konzerts [Mendelssohn Klavierkonzert op. 25], der im vergangenen Sommer beim Rheingau-Musikfestival entstand, eröffnet Martin Stadtfeld sein neues Mendelssohn-Album. Und es hat den Anschein, als wolle er gleich zu Beginn zeigen, was für ein brillanter Pianist er ist. Vor allem der virtuose Schlusssatz ist eine eindrucksvolle Demonstration von Stadtfelds pianistischer Klasse. Der gebürtige Koblenzer verbindet Prägnanz mit perlender Leichtigkeit und wird von der Academy of St. Martin in the Fields mit Altmeister Sir Neville Marriner darin bestens unterstützt. […] Stadtfeld kratzt heftig am Bild Mendelssohns als dem supersensiblen, wenig geerdeten Romantiker und spielt die [„Variations sérieuses“] sehr handfest und geradeaus. Zusammen mit dem direkten Klavierton erscheint das Stück zunächst wie entzaubert. Doch je komplexer und virtuoser die Variationen werden, desto mehr scheint sich Stadtfeld in einen Rausch zu spielen. Verstärkt wird der Eindruck von Stadtfelds geradlinigem, mitunter wildem Mendelssohn-Spiel bei einer Auswahl von zehn „Liedern ohne Worte“. Angenehm handfest klingen diese Stücke. Stadtfeld hält die Begleitstimmen gegenüber der Melodiestimme bewusst nur wenig zurück. So hört man Mendelssohn sonst nie. […] Abseits des Mainstreams, das beweist Stadtfeld mit diesem Album, kann Musik besonders spannend sein.“
(HNA)

"Dieses 1831 entstandene g-Moll-Bravourstück [Mendelssohn Klavierkonzert Nr. 1] erklingt mit unmittelbar fesselnder Euphorie, klassischer Kante, glasklarer Artikulation und vor Vitalität schier berstender Blockhaftigkeit. Im Molto Allegro des 1. Satzes zieht Stadtfeld die ehrwürdige Academy of St. Martin in the Fields unter ihrem Dirigenten-Monument Neville Marriner in seinen Sog, verlockt sie […] zu energisch packender Brillanz. Lichtdurchflutete Räume öffnet Stadtfeld im Andante, mit furioser Eleganz und erstaunlicher Makellosigkeit […]. Kein Ton ist belanglos im vor Spannung vibrierenden Kosmos Klangkosmos Stadtfelds, jede neue Harmonie wird wie eine Offenbarung zelebriert."
(Thüringische Landeszeitung)

Bach: Klavierkonzerte Vol. II

„Martin Stadtfeld und Bach gehören […] zusammen. Bei diesem Komponisten hat Stadtfeld immer etwas ganz Persönliches zu sagen. Und ihm und dem Philharmonischen Kammerorchester geht es hier nicht um historisierende Aufführung, sondern darum, die Musik Bachs mit heutigen Instrumenten lebendig darzustellen. Das gelingt so überzeugend, dass man die einzelnen Sätze gerne mehrfach anhört. Stadtfeld fühlt sich anscheinend mit Bach seelenverwandt und frei in seiner Spielweise, dass auch die eingefügten Verzierungen von ihm vollauf überzeugen und sich in sein ansonsten klares und klingelndes Spiel einfügen. Kraftvoll spielt er und das Orchester folgt ihm ebenso kraftstrotzend oder aber - wie im zweiten Satz des D-Dur-Konzerts - mit so viel Weich- und Sanftheit, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Zudem kann der Pianist hier einen wundervoll glockenartigen Klang erzeugen, der die musikalische Aussage nochmals anders hervorstechen lässt. So kann man Bach heutzutage überzeugend darstellen. Martin Stadtfeld gelingt der schwierige Spreiz zwischen modern-lebendiger Sichtweise und genauem Bach-Spiel. Die Freude und das Majestätische im Einleitungssatz des A-Durs-Konzerts sind kaum zu toppen. Wie sehr Stadtfeld Bach verinnerlicht hat, zeigen dann auch seine Bearbeitungen der Präludien und Fugen für das Klavier. Er weiß immer einen orgelähnlichen Klang zu kreieren, vermag die Werke ihrem Original ähnlich zu gestalten. Eine rundherum großartige CD!“
(Carsten Dürer, Piano News)

„Martin Stadtfeld widmet sich [neben Klavierkonzerten von Bach] den „Acht kleinen Präludien und Fugen“ für Orgel. Von denen ist nicht mal sicher, ob sie von Bach stammen. Aber so überzeugend, wie er sie in eigenen Klavierbearbeitungen spielt, sind sie die wahren Entdeckungen.“ 4 Sterne
(Stern)

„Stadtfeld musiziert […] die Konzerte durchsichtig und souverän und gestaltet fein schattierte Klavierfarben […] Eine weitere Bearbeitung ergänzt die Aufnahmen dieser CD: Stadtfeld übertrug die „Acht kleinen Präludien und Fugen für Orgel“ auf sein Instrument und bewies wieder einmal seine Begabung für den besonders kunstvollen Umgang mit kleinen, aber kompositorisch ganz großen Meisterstücken.“
(Kulturnews)

„Dass er ein erstklassiger Bach-Interpret ist, hat Martin Stadtfeld mit seinen bisherigen Aufnahmen bereits gezeigt. Nun setzt er dem Ganzen mit seiner neuen Bach-CD noch eins drauf. Neben drei Klavierkonzerten hat Stadtfeld auch Klavierstücke eingespielt. Jeder Ton ist glasklar, jede Nuance perfekt ausbalanciert. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Kammerorchester München […] schafft Stadtfeld mit den Klavierkonzerten ein imposantes Klangerlebnis. Die „Acht kleinen Präludien und Fugen“ für Orgel hat Stadtfeld eigens für Klavier bearbeitet. Es steht nicht fest, ob die Stücke von einem Zeitgenossen Bachs oder vom Meister selbst stammen. Sicher ist jedoch, dass es künstlerische Kostbarkeiten sind, die unter den Händen des Pianisten in ihrer ganzen Würde und Pracht berauschen: Genau das Richtige für die festliche Jahreszeit.“
(Crescendo)

„Martin Stadtfeld, der diese bedeutende Konzertserie bereits auf einem Steinway bei Sony eingespielt und gleich noch durch eigene Klavierbearbeitungen bachscher Orgelstücke ergänzt hatte, spielte am Mittwoch die Konzerte Nr. 4 A-Dur BWV 1055, Nr. 7 g-Moll BWV 1038 und das äußerst beliebte Konzert Nr. 3 D-Dur BWV 1054, eine Klavierfassung des berühmten E-Dur-Violinkonzerts. Jedem Stück verlieh Stadtfeld ein seinem Stimmungscharakter angepasstes, anderes Gesicht. Machte er im g-Moll-Konzert noch wenig Anstalten, den dynamischen Wellen des hervorragenden Philharmonischen Kammerorchesters München allzu sklavisch zu folgen, dünnte er im Adagio e piano sempre des D-Dur-Konzerts die Lautstärke immer weiter aus. Stadtfelds präzise Phrasierungen, seine ausgewogene Anschlagskultur und die Intensität seines Ausdrucks machten besonders die langsamen Sätze zu einem Erlebnis.“
(Die Welt)

„Beschwingt und tänzerisch nimmt Martin Stadtfeld drei der Klavierkonzerte Bachs. Die schnellen Außensätze befeuert er mit gehörigem Temperament. Unterstützt vom Philharmonischen Kammerorchester München […] lässt Stadtfeld die Sechzehntel perlen und bringt fein geschliffene Verzierungen. Die einzelnen Phrasen sind spannend akzentuiert.“
(Concerti Berlin & Hamburg)

„Der Reiz dieser Einspielung […] liegt in der Verbindung von artikulierter, historisch weitgehend korrekter Spielweise des Orchesters mit der swingenden, im ganz eigenen Ton gehaltenden Spielweise Stadtfelds. Eher zurückgenommen als auftrumpfend, niemals rhythmisch monoton insistierend spielt der gebürtige Koblenzer, und überrascht immer wieder mit kleinen Freiheiten…“
(Hessische Allgemeine)

„Und wenn der Figaro zu den schönsten Opern überhaupt gehört, dann gilt Gleiches analog für das Bachsche Konzert. Der erste Satz ist ein unvergängliches Stück Musik […]. Mit der vorliegenden CD hat sich Stadtfeld endgültig seinen Platz im vorderen Feld der zeitgenössischen Jungpianisten erobert.“
(N-TV)

„Mit großer Geste und gleichermaßen intim nähert er sich Bach. Seine Tempi sind- obwohl ordentlich straff – niemals gehetzt, wie es seit rund zwei Jahren Mode geworden zu sein scheint […]. Eher perlend kommt er daher, federleicht und filigran. Stadtfeld […] ist ein Pianist, der belegt, wie überraschend, modern, klar und frisch diese bis zum Überdruss interpretierten Konzerte noch immer sein können…“
(Journal Frankfurt)

„Was für ein unglaubliches Talent! Wenn Martin Stadtfeld am Flügel sitzt, bleibt niemand ungerührt. So frisch und aufregend klingen seine Bach-Interpretationen.“
(Bild + Funk)

„Die Einspielung von drei Klavierkonzerten mit dem musizierfreudigen Philharmonischen Kammerorchester München […] sowie Stadtfelds Bearbeitung von „Acht kleinen Präludien für Orgel“ ist virtuos, rhythmisch pulsierend, ungemein transparent und von hoher Musikalität geprägt.“
(Die Rheinpfalz)

"Diese Aufnahme ist wirklich rundherum überzeugend, lebendig, spritzig - so muss man Bach heute auf einem modernen Flügel spielen. Und auch der Klang der Aufnahme - wirklich großartig!"
(Piano News)

„Ein klangvolles und leicht dahin perlendes Bach-Album. Martin Stadtfeld steigert sich mit jeder Neueinspielung, selbst auf altbewährtem Terrain wie der Musik von Bach. […] Spritzig und transparent klingen die schnellen Bach-Sätze auf der neuen Aufnahme, insbesondere der Finalsatz des g-Moll Konzerts und der Erste Satz des D-Dur Konzerts, der die CD eröffnet. Stadtfelds Klavierklang ist ganz eingebettet in die Begleitung des Münchner Kammerorchesters. Und er schafft eine gelungene Mischung aus Cembaloklang und modernem Flügel mit den heutigen Möglichkeiten der Pedalisierung und den feinen Anschlagsnuancen. Gleichzeitig klingt sein Bach so leicht und federnd, auch mal verspielt durch die vielen Verzierungen und Triller, die Stadtfeld einbaut, als würde er auf einem Instrument der Bach-Zeit spielen. Seine langsamen Sätze nutzen im Gegensatz dazu die Möglichkeiten des Flügels voll aus: Der weiche Klang, das besonders kantable Spiel, die Resonanz und das Legato des Pedals. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Kammerorchester München klingen diese drei Konzerte sowohl in den schnellen Ecksätzen als auch in den getragenen Mittelsätzen wie aus einem Guss: Ein sehr enges und aufmerksames Zusammenspiel. Dazu reiht Martin Stadtfeld - als wäre es eine Zugabe im Konzert - acht kleine Präludien und Fugen, die Bach für Orgel komponiert (BWV 553-560) und die Stadtfeld für Klavier gesetzt hat. Bewusst spielt er sie nicht chronologisch, sondern mischt sie, um harmonische Verbindung oder Kontraste im Charakter der einzelnen kurzen Stücke hervorzuheben.“
(NDR Kultur)

„Stadtfeld überzeugt in seiner Interpretation mit durchdachtem Spiel. Die virtuosen Passagen in den Ecksätzen klingen lebendig und mitreißend, die Themen werden markant herausgearbeitet und in den langsamen Sätzen überwiegt eine Betonung der melodischen Linie. […] Das Philharmonische Kammerorchester München […] erweist sich unter seinem Konzertmeister Lorenz Nasturica-Herschcovici als geeigneter Begleiter für Stadtfeld. Das Orchester ist beweglich und nimmt den wohltuend frischen, lebendigen Tonfall des Solisten in den schnellen Sätzen adäquat auf…“
(Kulturradio)

Deutsche Romantik

„Wer kennt schon Wagners „Albumblatt für Frau Betty Schott“? Eine Meditation des Herzens; Stadtfeld erweckt sie mit seiner besonderen Gabe: Da klingt empfundene Schwärmerei ohne pathetisches Muskelspiel. Schlackenfrei durchmisst er Schumanns Waldszenen und stellt in einer Stadtfeld’schen Bearbeitung die berühmte Mondnacht gesangsfrei vor – wie leicht und weltentrückt das bei hm klingt, dieses große Musik gewordenen „als ob“ […] Kompliment.“
(Neue Ruhr Zeitung)

„Die Platte des ehemaligen Dortmunder „Jungen Wilden“ ist ein Spaziergang durch die Jahreszeiten und Ausdrucksvarianten der Romantik, bei dem es viel zu entdecken gibt.“
(Ruhr Nachrichten ) „Wer kennt schon sein „Albumblatt für Frau Betty Schott?" Eine Meditation des Herzens; Stadtfeld erweckt sie mit seiner besonderen Gabe: Da klingt empfundene Schwärmerei ohne pathetisches Muskelspiel. Schlackenfrei durchmisst er Schumanns Waldszenen und stellt in einer Stadtfeld´schen Bearbeitung die berühmte Mondnacht gesangsfrei vor- wie leicht und weltentrückt das bei ihm klingt, dieses große Musik gewordene „als ob". Drei Brahms´ Intermezzi fordern Martin Stadtfeld filigranes Nuancenspiel ab. Großem Theater gibt er sich in Liszts Bearbeitung von „Tannhäuser"-Ouvertüre und „Isoldens" Verklärung hin. Kein reines Ohrwürmchen-Album. Umso mehr: Kompliment!"
(WAZ)

„Mit Bach, den er nach wie vor als "Gottvater der Musik" verehrt, hatte Martin Stadtfeld seinen Durchbruch: 2002 als Gewinner des Internationalen Bach-Wettbewerbs in Leipzig. Dieser erste Preis, der zuvor 14 Jahre lang nicht vergeben worden war, öffnete Stadtfeld Tür und Tor zum internationalen Musikparkett, auf dem er sich heute nicht nur als Bach-Interpret bewegt. Von der Wiener Klassik bis zur Romantik und den romantisch-expressiven Klavierkonzerten von Tschaikowsky und Liszt reicht sein Repertoire. Auch seine neue CD beschäftigt sich mit der Romantik, genauer mit der "Deutschen Romantik". […] Die Natur, der Wald - Sinnbilder der deutschen Romantik - sie dürfen auf einer Aufnahme mit diesem Titel natürlich nicht fehlen. Und so lässt Stadtfeld in Schumanns "Waldszenen" eine Fülle stimmungsvoller Naturbilder entstehen. Es scheint, als habe der 30-Jährige das Verinnerlichte der Romantik ganz in sich aufgesogen.

Selten hat man Stadtfeld so fein mit Klangnuancen und Farbschattierungen umgehen und solch intime Momente gestalten hören. Und das nicht nur in den von ihm sehr dunkel-versöhnlich gefärbten Waldszenen, sondern auch in Schumanns Mondnacht aus dem Liederkreis Opus 39. Stadtfeld hat die Mondnacht selbst für Klavier bearbeitet, zu einem Lied ohne Worte sozusagen und spielt sie so leise, wie ein Sänger sie kaum singen könnte. […] Und Stadtfeld erkundet die Romantik musikalisch auch auf nicht ganz naheliegenden n. So hat er beispielsweise unbekanntere Werke von Wagner und Liszt ausgesucht: ein Albumblatt, das Wagner für Betty Schott, der Witwe des bekannten Musikverlegers komponiert hat, und Bearbeitungen zweier Wagner-Themen, Isoldes Verklärung und die Tannhäuser-Ouvertüre, die Liszt für Klavier gesetzt hat. Und ein bisschen Bach ist sogar dabei - mit Liszts recht unbekannten Variationen über ein Bach-Thema. […] Für jeden Komponisten findet Stadtfeld einen eigenen Ton: Wagner etwas pathetischer, Schumann etwas fragil, die Liszt-Stücke sehr unmittelbar. Und Brahms ist natürlich auch dabei. Stadtfeld hat aus seinen berühmten Intermezzi einen eigenen dreiteiligen Zyklus gemacht.

Es ist schwer zu sagen, in welchem der schönen Romantikwerke er die Romantik am besten einfängt. Klar ist jedoch: Stadtfeld hat mit diesem Album eine seiner bisher intimsten und berührendsten Aufnahmen veröffentlicht.“
(NDR Kultur)

Beethoven: Der junge Beethoven

„Es ist bemerkenswert, mit welchem grandiosen Klanggespür Stadtfeld die Petitessen wie das Allegretto c-Moll, das Adagio F-Dur WoO 51 angeht, Klarheit und Transparenz sowie ein ausgesprochen weites Klangspektrum weiß Stadtfeld bestens zu kombinieren. Er spürt dem Beethoven nach, der einen Aufbruch neuer Aussagekräfte in sich fühlt.“
(PianoNews)

„Seit die Kritik Martin Stadtfeld für seine stauneswert souveränen „Goldberg Variationen“ feierte, hat sich der Pianist auf dem (Vorschuss-) Lorbeer nicht ausgeruht. Über ein halbes Dutzend Alben sind seither entstanden. Jetzt stellt sich Stadtfeld einem Titan – in dessen aufstrebender Phase. „Der junge Beethoven“ In die Zeit 1785 bis 1798 fallen so unterschiedliche Stücke wie „Die Wuth über den verlorenen Groschen“, für Glasharmonika geschriebene Miniaturen, das Kunstlied Adelaide und das Klavierkonzert in B-Dur. All das spielt Stadtfeld auf dieser CD und führt in eine Zeit, als Beethoven noch nicht sein eigenes Denkmal war. Stadtfelds Spiel ist reflektiert und zupackend zugleich, sein Stil hat zarte Lyrismen und revolutionären Atem. Im romantischen Klanggestus begegnet ihm die Staatskapelle Dresden unter Sebastian Weigle. Eine vielschichtige CD“
(WAZ)

„schwungvoll fingerfertiger junger Beethoven samt 2. Klavierkonzert mit der Dresdner Staatskapelle unter Sebastian Weigle“
(Welt Online)

„Stücke wie das hier wahrlich brillant eingespielte Rondo [...] klingen fetzig einfach besser. Und lustiger. Überhaupt atmen viele der Jungwerke Beethovens auf dieser CD eine burleske Komik. […] Gerade wegen ihrer Fröhlichkeit ist dies eine CD für alle Hörer, auch für Jungklassiker.“
(Audio)

„Der junge Beethoven ist wie geschaffen für Martin Stadtfeld: energetisch, verspielt und eingängig, genau wie das zweite Klavierkonzert, Hauptstück der CD. Stadtfeld spielt es durchsichtig und elegant, und selbst der Adagio-Satz überzeugt durch Tiefe und ruhiges Ausmusizieren […] auch mit Gelegenheitswerken Beethovens schafft dieser Musiker reines, hochdifferenziertes Klangvergnügen.“
(Kulturnews)

„Stadtfeld tastet sich an einen Künstler heran, der noch Talent und nicht Titan war. Er betont das Sangliche, Verspielte, Gedankenverlorene. Vor allem die Stücke für Orphika hält er schön in der Schwebe, der Groschen fällt mit flinken Bewegungen. Im Klavierkonzert zeigt Stadtfeld nicht nur in der selbstgeschriebenen Kadenz Mut zur Handschrift, ohne sich auf Kosten der ebenbürtigen Staatskapelle Dresden unter Sebastian Weigle in den Vordergrund zu spielen.“
(Rheinischer Merkur)

„Stadtfeld zeigt viel Gespür für Spannungsverläufe und Tempo-Verhältnisse und vermag durch sein erstaunliche Technik seine Klangvorstellungen in brillante Realität umzusetzen.“
(WZ)

„Die Solostücke…legt er durchgehend in eleganter, schwungvoller und jugendlich-großzügiger Manier hin. Sie sind so flüssig und eindrucksvoll formsicher gespielt.“
(Fono Forum)

„Frisch, forsch, zuweilen fast unbekümmert und verspielt. Auch so kann Beethoven klingen.“
(Journal Frankfurt)

„Frisch, forsch und aufregend klingt „Der jung Beethoven“ den Martin Stadtfeld im Sommer für seine achte CD im akustisch dafür bestens geeigneten Konzerthaus Dortmund eingespielt hat. […] Werke, die Beethoven in etwa Stadtfelds Alter komponiert hat, enthält die Platte. In schnellen Tempi, mitreißend, impulsiv und mit rasanter Trillertechnik spielt der Wahl-Herner die Allegros und Rondos. Ein Präludium rückt er in Bach-Nähe, macht daraus aber auch ein inneres Drama. […] Sehr fein ausgearbeitet und zierlich, aber mit so viel innerer Erregung und Energie, wie die frühen Werke brauchen, spielt Stadtfeld diese Klavier-Entdeckungen. Alle Dämme brechen in seiner fulminanten Interpretation der „Wuth über den verlorenen Groschen“. Im Rekordtempo, aber trotzdem in jedem Ton der rasanten Läufe korrekt, sprudelt dies Capriccio aus den Boxen. So mitreißend, dass Stadtfeld damit auch die Popcharts stürmen könnte. Sanfter Ausklang der CD ist das Lied „Adalaide“, das Tenor Marcus Ullmann im Mozart-Ton singt. […] In der Semperoper hat Stadtfeld mit der Staatskapelle unter Sebastian Weigle im 2.Klavierkonzert mit einer eigenen Kadenz eingespielt. Der silbrige Ton des ersten Satzes erinnert an Mozart; zügig, mit klarem Ton, spielen Solist und Orchester das Adagio. Und die große Eleganz von Stadtfelds Spiel klingt aus dem Finale."
(Ruhr Nachrichten

CD: Stadtfeld / Vogler

„zurückgenommene Begleitkunst plus fein gewürzte Choralvorspiele bei Bachs von Jan Vogler kraftvoll absolvierten Gambensonaten“
(Die Welt)

„Wenn zwei Solisten miteinander spielen, kann das Resultat enttäuschend sein. Nicht so hier: Vogler und Stadtfeld hören aufeinander, keiner spielt sich in den Vordergrund, und so ist es ein Erlebnis, ihrem geistvollen Dialog in diesen frühen, bereits vielschichtigen Bach-Werken zu lauschen: Während sich in den Sonaten tänzerische und kantable Teile munter abwechseln, füllen die Choral-Bearbeitungen den schlichten Rahmen kunstvoll aus, gut dokumentiert vom klaren Klangbild. Vogler und Stadtfeld – doppelter Genuss.“
(Audio)

„Ein traumhaft schönes Album, das auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hoffen lässt.“
(Morgenpost)

„…Gerade diese zurückhaltende Kombination aus Cello und Klavier sorgt für entrückte Momente und innere Einkehr.“
(MDR Figaro)

„Vogler und Stadtfeld investieren ihr ganzes Können, ihre ganze wunderbare Kunst der Gestaltung in die Auslotung dieser Werke, so, dass sie dem Hörer als absolut vollendete Kunstwerke erscheinen. Atemlos hört man zu, lässt sich von der einmaligen Klangwelt Bachs verführen…“
(Pizzicato)

“Two Bach experts perform the music of the young Johann Sebastian Bach…I found this CD enthralling, they are works that are seldom heard yet you feel as though you are present at the first performance and want to applaud.”
(classic fm)

Bach: Das Wohltemperierte Klavier

„Martin Stadtfeld geht in seiner Deutung vor allem von der Verschiedenheit der Satztechnik aus. So versteht er bestimmte Werke als verkappte Orgelstücke, während er andere aufgrund ihres virtuos-toccatenartigen Charakters eher cembalistisch auffasst. Dem motorischen c-Moll-Präludium verweigert er beispielsweise bewusst die klanglichen Differenzierungen des modernen Flügels. Sein energetisch markanter Zugriff lässt so durch den Steinway Flügel das Cembalo durchscheinen. Dabei leistet sich Stadtfeld keine artikulatorischen Extravaganzen... Insgesamt überzeugt die klangliche Bandbreite von Stadtfelds Klavierspiel, die brillant ausgeführten Verzierungen sowie seine Fähigkeiten, polyphone Strukturen zu verdeutlichen. (Die exzellente Aufnahmetechnik holt den Flügel (mit der Akustik des Konzerthauses Dortmund) direkt ins heimische Wohnzimmer).“
Interpretation 4 Sterne, Klang 5 Sterne
(FonoForum)

„Martin Stadtfeld versucht es jetzt mit Ende 20 und schafft es mit seiner großen Liebe zu Bach, die er mit den Goldberg-Variationen, "Bach pur" und den Klavierkonzerten schon so reichlich bewiesen hat, einen vitalen, verspielt tiefsinnigen und modernen Bach zu neuem Leben zu erwecken.“
(kulturnews)

„Auf seiner neuen CD wagt sich Martin Stadtfeld wieder an den großen Bach, an "Das Wohltemperierte Klavier", eine Art "Faust" der Literatur für Tasteninstrumente. […] Als einer der Ersten hatte Bach 24 Präludien und Fugen je einmal durch alle Tonarten gejagt. Stadtfeld spielt sie frech, spritzig, technisch virtuos, ausufernd, variabel, gelegentlich auch überdreht.“
(Welt am Sonntag)

„Auch diesmal geht er seinen Lieblingskomponisten mit jugendlicher Frische an, macht das große Kino in den ekstatischen Passagen, schafft besinnliche Ruhe in den langsamen Stücken. Eine Ausdruckskraft, der man sich kaum entziehen kann."
(Hörzu)

Schubert: Klaviersonaten

„Wir erleben Martin Stadtfeld als einen zwischen Hoffnung und Enttäuschung, zwischen Trost und Abschiedsleiden schwankenden Erzähler Schubertscher Klavierprosa.“
(WDR3, Hörzeichen)

„Ungewohnt ist der interpretatorische Ansatz allemal, sehr fremd, frech und typisch Stadtfeld eben. Aber hat man sich mal eingehört, vergnügt man sich an den ausgefallenen spielerischen Experimenten kolossal. Hinzu kommt eine inner Ruhe in den meditativen Passagen, ein Tasten von Ton zu Ton, was die Schubert-Sonaten völlig neu zu hören hilft. […] Mal meditativ, mal voller Witz: Klaviermusik vom Feinsten“
(Audio, [Klassik CD des Monats, Musik/Klang 5/5 Punkte])

„Schuberts späte Sonaten verlangen eine ganz andere Gestaltung als ihre Vorgänger bei Beethoven oder Mozart. Vor allem in den beiden ersten Sätzen gilt es, mit feinen Schattierungen den musikalischen Moment zu gestalten und doch dabei das große Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Martin Stadtfeld gelingt dies vor allem in den beiden ersten Sätzen der großen B-Dur-Sonate sehr gut. Bislang hatte er sich ja vor allem im dicht gedrängten barocken Kleinformat hervorgetan, seine neue Aufnahme zeigt, dass er auch das romantische Großformat beherrscht. Nicht Schmerz und Depression möchte Stadtfeld in dieser Musik hören, sondern Wehmut, denn die – so Stadtfeld – „umgibt den Menschen wie ein Kokon zarter Traurigkeit“. Und die Spanne von zarter Traurigkeit bis zu aufgewühlter Wut ist hier zu hören – Stadtfeld präsentiert sich als kompetenter Schubert-Interpret. Auf seiner neuen CD finden sich die Fantasie-Sonate und die große B-Dur-Sonate Schuberts, erschienen ist sie bei Sony Classical.
(Hr2 – CD-Tipp)

Als Bach-Spezialist begann er erstaunlich jung und stringent seinen Weg:Martin Stadtfeld wollte sich aber von vornherein nicht festlegen und spielte zum Beispiel Klavierkonzerte von Rachmaninow. Nun rückt Stadtfeld auf seiner jüngsten Aufnahme für Sony (Sony BMG) Franz Schubert in den Mittelpunkt, zwei gewichtige Sonaten, die späte Sonate B-Dur und die Sonate G-Dur.(D8949) Wer Stadtfelds Karriere verfolgt, wird ahnen, dass auch diesmal der Interpretationsansatz wieder ein sehr persönlicher ist. Natürlich entdeckt er die tiefen Abgründe in dieser Musik. Und natürlich heißt es hier: ungekünstelt, nicht mit großer Pose, nicht mit Pathos. Die Sonate B-Dur, die einen Horowitz ebenso herausfordert wie eine Rubinstein, zeichnet er in einem großen Ganzen als ein Klavierdrama. Das Wort "Wehmut", so schreibt er im Booklet, sei ihm wesentlich. Und Wehmut durchzieht diese Musik wie ein roter Faden. Und auch die Sonate G-Dur, in der das Menuetto mal nicht so harmlos daherkommt, wird zu einem großen Wurf, weil Kontraste geschärft sind, weil Akzente aufrütteln, weil Stadtfeld Schubert vielleicht auch als einen jungen (wenn auch: früh vollendeten Musiker) begreift.
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Bach: Klavierkonzerte

Martin Stadtfeld: Meister seines Bachfachs „Sein Credo „Wenn man Spaß daran hat, das zu spielen, dann sprudelt die Fantasie“ hat Stadtfeld in dieser Aufnahme insgesamt überzeugend umgesetzt. […] Er beherrscht eine glasklare Artikulation und hält mit kleinen dynamischen Rückungen die Spannung aufrecht. Die Basstöne kullern deutlich hörbar, nie herb oder bedrohlich, nie zu nett. […] Die Festival Strings Lucerne klingen sehr homogen und wunderbar aufeinander abgestimmt […]. Die Präludien und Fugen wirken wie Kontrapunkte: innig, pianolastig und geheimnisschwanger. […] Es ist ein subtil verwobenes, verträumtes, bisweilen romantisch angehauchtes Bach Spiel. […] Das klingt nie zu analytisch, sondern immer auch poetisch.“
(Musik & Klang: 4 Sterne)
(Fono Forum)

„Martin Stadtfeld sollte einmal als zweiter Glenn Gould Furore machen. Vier Alben später nun hat er ein eigenes Profil. Sein neuer Bach-Sampler swingt – einen derart quirlig perlenden, absolut transparenten Bach wie im Allegro des Konzerts d-Moll BWV 1052 hat man selten gehört. Auch in den langsamen Sätzen überzeugt der 26-jährige. Das Largo aus BWV 1056 kommt ohne Romantik-Pose aus und klingt dennoch wie der beseelte Gesang einer inneren Stimme.“
(Audio)

„Im Zentrum stehen drei Klavierkonzerte, in denen sich Stadtfeld - auch dank der bisweilen so manchen ’Vivaldi’-Akzent einwerfenden Festival Strings Lucerne - erneut als Meister seines Bachfachs zeigt. Mal mit federnd nach vorne stürmendem Musikantentum, mal mit dem nötigen Gespür für die zarte Kantabilität und kostbare Intimität.“
(Rondo)

"Eine gleichzeitig hyperwache wie auch fast traumwandlerisch anmutende Interpretation. … Im Largo wirkt Stadtfeld, als kapsele er sich ein, einsam von absoluter Schönheit träumend. … Stadtfelds Anschlag beeindruckt: ohne die Brillanz zu beeinträchtigen, scheint die Kontrolle einhundertprozentig."
(DIE ZEIT)

„Stadtfeld ist offen für Details, folgt inspiriert den Strukturen, um neue Sichtweisen aufzuzeigen. Superlative in den Kritiken sind zu erwarten - zu Recht“.
(Sächsische Zeitung)

Bach/Schumann: Kleine Stücke

„brillant gespielt“ (Hr2 „Klassikzeit“)

„eine gute Stunde Hörvergnügen“ (Hr2 „Klassikzeit“)

„Stadtfeld lässt sowohl den barocken als auch den romantischen Stücken seine pointierte, klar strukturierte Gestaltung zuteil werden. Er musiziert spielerisch leicht, aber ohne Spielereien, im Ausdruck zwischen tänzerischer Eleganz und arioser Intimität, stets mit dem nötigen Drive und, wenn es sein muss, mit voranstürmendem Impetus.“
(Frankfurter Neue Presse)

Klavierschüler quälen sich bisweilen durch die strenge Ordnung der Bach’schen Präludien und finden keine andere Lösung, als ihnen durch romantische Verklärung etwas Persönliches abzugewinnen. Dass gerade in der strengen Einhaltung der klaren Form die Freiheit und Lebendigkeit der Musik liegt, hört man bei Martin Stadtfeld. Der Pianist mit dem offenen Blick für Details nutzt die Struktur geradezu als Orientierung für den Hörer. Verzierungen und Rhythmuswechsel kommen umso überraschender und lebendiger daher. Unaufdringlich, aber unmissverständlich blättert der unorthodoxe Pianist für jeden nachvollziehbar die Noten auf und wirft einen Blick in die Partitur. Bachs Architektur und Lust an mathematischen Proportionen wird zum faszinierenden Hintergrund, die einzelnen musikalischen Momente zeigen sich wie eine Grafik, die man betrachtet und deren Detailgenauigkeit bei längerem Hinsehen mehr und mehr fasziniert. Welch ein Charakterwechsel bei Schumann. Man hört, was Romantik in der Musik bedeutet, Schmelz ohne Schmalz, man hält inne und möchte kaum atmen bei dieser Zartheit des Anschlages. Ob schnell oder energisch, Abendmusik oder Scherzo, diese „bunten Blätter“ von Schumann werden zu Charakterstudien, kleinen liebenswerten Skizzen.
(Rondo)

Mozart: Klavierkonzerte

Martin Stadtfeld spielt auf dem modernen Steinway, als habe er auf dem Hammerklavier geprobt und Bruno Weil koordiniert die Stimmen im Orchester so, dass er die Schönheit des dichten Orchesterklanges nutzt und gleichzeitig seine Durchsichtigkeit herausarbeitet und in dieser Mischung den Konzerten eine klare strahlende Schönheit gibt. Es liegt etwas Zartes, Filigranes in dieser Aufnahme, ein Hauch von Trauer des Requiems und die Freude der "Hochzeit des Figaro". Da gibt es niemanden, der sich die Aufnahme zunutze macht, um sich selbst zur Schau zu stellen. Beinahe ehrfürchtig finden alle gemeinsam eine Faszination an Mozarts Art, das von Haydn erfundene "obligate Accompagnato" aufs Schönste einzusetzen, in einem spannenden Wechselspiel zwischen Haupt- und Begleitstimme. Und weil dieses Wechselspiel zwischen den Interpreten bestens funktioniert, bekommen Mozarts Werke eine intensive Aura. Das Schönste an dieser Aufnahme: Durch das schnelle Tempo der Mittelsätze wirken die Konzerte wie aus einem Guss. Es entsteht ein spannungsvoller Bogen über das ganze Werk. Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen den drei Charakteren auf den ersten Blick abenteuerlich schien, muss man jetzt denen ein Kompliment machen, die dieses Risiko eingegangen sind. Es hat sich gelohnt!
(Rondo)

Ein Rebell wird erwachsen Martin Stadtfeld ist ein Sunnyboy-Pianist, der im Boss-Anzug auf den Klassik-Markt gespült wurde. Seine Herangehensweise an Bachs "Wohltemperiertes Klavier" war von verblüffender Frechheit und ordentlich gegen den Strich gebürstet. Wegen seiner Eigentümlichkeit wurde Stadtfeld als neuer Glenn Gould gefeiert. Doch was bei Gould intuitive Richtigkeit war, klang bei ihm wie billig aufgesetzter Effekt - unausgegoren, pseudoarchaisch und: langweilig. Nun legt Stadtfeld ein neues Album vor - mit Mozart. Die gute Nachricht ist, es ist seine beste CD geworden. Er spielt weitgehend effektlos, entschlackt, transparent und durchsichtig. Stadtfeld hat den großen Vorteil, das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks unter Bruno Weil hinter sich zu haben. Und das macht seine Sache erstaunlich gut: Auch bei Weil klingt Mozart schlank, unaufgeregt und dennoch tiefenscharf. Aber genau in dieser Begleitung liegt auch die Crux der Aufnahme. Passagenweise wird das Spiel Stadtfelds im Kontrast zum Orchester belanglos, bleibt mal Klangtapete, mal bloßes Champagnerperlen, ohne die Suche nach den musikalischen Abgründen. Sicherlich, es ist schwierig, Mozart eine eigene Handschrift zu verpassen - daran tüftelten der vermeintlich beiläufig spielende Horowitz, der sich in die Partitur eingrabende Glenn Gould oder der analytische Christian Zacharias ein Leben lang. Und Stadtfeld ist auch keine Referenzaufnahme gelungen - wohl aber eine Einspielung, die einen Wandel seiner Person verfolgen lässt: Mozart zwingt ihn zu einer neuen Ernsthaftigkeit, zur Erkenntnis, dass der Pianist dem Komponisten zu folgen hat und nicht andersherum. An Mozart lässt Stadtfeld seine Bereitschaft hören, den Stil zu hinterfragen, demütig zu werden. Und er lässt hören, dass die Arbeit an einer eigenen Sprache erst begonnen hat - und dass der Weg noch ein langer ist. Bewertung 3 Axel Brüggemann.
(Welt am Sonntag)

Bach pur

Neulich Nacht hätte ich fast einen Unfall gebaut. Der Mond schien, die Straße war übersichtlich, mit dem Handy hatte ich auch nicht hantiert. Ich hörte bloß eine neue CD. Die haute mich um. Dabei war es nur Johann Sebastian Bach. Aber was für ein Bach! Seine "Intentionen" die sonst meist für den Klavierunterricht herhalten müssen - whooow! Neu belebt, furios beatmet. Das ganze Spektrum der Emotionen einmal kühn durchgespielt: draufgängerisch und ekstatisch, dann wieder himmlisch und still, und auch dies: witzig, Spaßlustig, verspielt. Bach total. Oder auch "Bach pur". So heißt die zweite CD eines jungen deutschen Pianist, bei dessen Namen die Kritiker sich neuerdings überschlagen: "Talent der Sonderklasse", schrieb die "Zeit", und die "Welt" jubelte: "In Martin Stadtfeld hat Deutschland den neuen Bach-Superstar." Im Frühjahr war dieser Stadtfeld, gerade mal 23 Jahre alt, urplötzlich aufgetaucht, ausgerechnet mit Bachs Goldberg-Variationen, an denen sich schon mancher verhoben hat! Die CD rauschte an die Spitze der Klassikcharts und lag ein paar Wochen sogar noch vor Anna Netrebko. Gerade ist seine zweite CD erschienen, am Wochenende wird er mit dem Echo Klassik ausgezeichnet, danach geht Stadtfeld auf Deutschland-Tournee.
(Stern)

Bach: Goldbergvariationen

Mit Bachs komplexem Kontrapunkt Zyklus gelang ihm der erste große Erfolg seiner Karriere. Seine unkonventionelle, frische Aufnahme der Variationen zog in der einschlägigen Hitliste zeitweise sogar an Opernsängerin Anna Netrebko und Stargeigerin Anne-Sophie Mutter vorbei. Schon bezeichnen Kritiker den fingerfertigen Deutschen als "neuen Glenn Gould". Der berühmte Bach-Interpret aus Kanada hat zwei legendäre Einspielungen der Goldberg-Variatioen hinterlassen. Mit den "Inventionen" des Barock-Komponisten, die Martin Stadtfeld auf seiner neuen CD (Sony) spielt, plagen sich Klavierschüler auf der ganzen Welt. Der Pianist verwandelt die scheinbar simplen, mehrstimmigen Stücke jedoch in ekstatische Musik. Eine Karriere ganz im Zeichen des genialen Tonsetzers. Von Bachs Werk ist der junge Klavierheld dann doch beeindruckt: "Es ist, als würde sich in seiner Musik der gesamte Kosmos spiegeln."
(Focus)

Auch Deutschland hat jetzt seinen eigenen Bach-Superstar. Der 23-Jährige Martin Stadtfeld ging auf eigene Faust ins Tonstudio, um (ohne CD-Vertrag) Bachs Goldberg-Variationen einzuspielen. Ein Selbstmordkommando, hatten doch mit diesem Großwerk auch nach Glenn Gould Pianisten wie Murray Perahia, Andrei Gawrilow und Rosalyn Tureck für Furore gesorgt. Vollends verrückt, wenn nan sich vorstellt, dass Stadtfeld ein Band ausgerechnet an Sony schickte, wo man Gould und Perahia im Programm hat - und wo Stadtfelds "Goldberg-Variationen" jetzt tatsächlich erschienen sind. Den exzentrischen Bach-Raum der 30 "Goldberg-Variationen" durchtanzt Stadtfeld mit delirierender Ekstase und satyrhaftem Schwung. Er variiert und oktaviert, bis gewirkten Bach-Hörern die Ohren schlackern. In der 7. Variation klingeln handyhaft die Töne, Messerwerfer-Stakkati in Nr. 16, das Spiel eingeölter Muskeln in Nr. 20 erregen Unglauben und Bewunderung. An pianistischer Meisterschaft fehlt diesem Supertalent nichts - höchstens Skrupel. Deutsche Erdung, Grübeln und Dunkeln sind seine Sache nicht. Dass Martin Stadtfeld noch launisch-ausladender, unberechenbarer spielen kann, zeigte er unlängst bei einer Präsentation im Berliner Sony-Center - auch hier mit den "Goldberg-Variationen". Da gab er ein Beispiel für deutsche Exzentrik, lyrische Überspannung und analytische Spontaneität, die unter deutschen Pianisten fast obszön wirkt. Oder haben Gieseking, Kempff und Brendel je so unorthodox gespielt?! Die Zeit des pianistischen Lordsiegelbewahrers ist vorbei. In Martin Stadtfeld erhält die internationale Klavierszene interpretatorische Vieldeutigkeit und Weitblick. Die kann sie dringend brauchen. Aus dem deutschen Westerwald frisch ans Klavier: Neben Lars Vogt ist Martin Stadtfeld der wohl erste Pianist seit 30 Jahren, der reelle Chancen auf eine Weltkarriere hat.
(Die Welt)

Stimulation statt Valium - daran denkt man jetzt wieder, wenn man die extrem beweglichen Finger von Martin Stadtfeld durch diese Goldberg-Variationen klettern hört (Sony 93101). Der 23-jährige Pianist ist da mit einer Abgebrühtheit unterwegs, als habe es die einschüchternden Aufnahmen Glenn Goulds und die frappierenden aktuellen Ableitungen von Murray Perahia und András Schiff nie gegeben. Stadtfeld ist ein Talent der Sonderklasse, und dieses Talent behauptet sich gerade in der Freiheit, mit der es sich dem Kanon der Vorgaben und Modelle entzieht. Gleichwohl bleibt Gould sein geheimer Lehrmeister: "Hat der uns nicht alle am meisten inspiriert und zum Nachdenken gebracht?"

Was macht Martin Stadtfeld in den Goldberg-Variationen, das andere nicht machen? Er verwirrt den Hörer. Er spielt das Original unschuldig - und gleich in der Wiederholung eine tollkühne Variante: Er treibt dort die Hände bisweilen jeweils um eine Oktave nach außen, er tauscht die Lagen, indem er den Sopran nach unten dreht und den Bass nach oben. Die Horizontale dient ihm als Spiegelachse, die er immer mithöre, in der Zweistimmigkeit sei sie "seine dritte Dimension". Spieltechnisch ist das alles ungemein souverän und gewinnend, aber es ist nie adrett: Aus den Ecken huschen beizeiten die ungezähmten Geister der Virtuosität heran. Stadtfelds Bach kann prasseln, brausen, funkeln, jovial kann er den brillanten Artisten spielen. Aber er kann auch dermaßen still sein, dass man erschrickt. Natürlich hat er Angst, dass alle ihn jetzt auf Bach festlegen. Der ist zwar das Alpha und Omega seines Denkens, doch mitnichten das ganze Alphabet. Der junge Deutsche kann noch viel mehr. (Die Zeit)

Pressestimmen zu den Konzerten

„Das Hallé Orchestra und Martin Stadtfeld brillierten in der Alten Oper Frankfurt unter der Leitung seines Chefdirigenten Sir Mark Elder. […] [Martin Stadtfeld] präsentierte das dreisätzige Werk (Robert Schumanns Klavierkonzert) sensibel austariert, wie aus einem Guss. Bisweilen ließ er die linke Hand geradezu flüstern und entlockte dem Steinway zarte Klänge, als würde es sich um ein Instrument aus der Schumann-Zeit handeln. […] Das Orchester harmonierte perfekt, schließlich hatte man kürzlich gemeinsam das Schumann-Konzert auf CD eingespielt.“
(Frankfurter Neue Presse, 10.03.2015 zum Konzert in Frankfurt)

„Stadtfeld spielt zutiefst beeindruckend Bach. […] Ein ganz erstaunlicher Bach: einer in dessen Tastenmusik das Atmosphärische mitunter wichtiger ist als das Phrasierungsdetail. […] Stadtfeld setzt Bach-Werke aus Klangbildern zusammen, die er vor allem bei der berühmten Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 so dezidiert einfasst, als verfüge der Flügel über getrennte Klangregister. Dem zu lauschen, ist spannend. […] Zum Abschluss des Konzerts verliert sich Stadtfeld zusammen mit Schumanns B-Dur-Humoreske op. 20 im lange währenden romantischen Glück. Herrlich.“
(Süddeutsche Zeitung, 16.12.2014 zum Konzert im Prinzregententheater)

„Martin Stadtfeld gelang ein ganz besonderes Konzert. […] Nach wenigen Minuten macht Stadtfeld klar, wie er Bach gehört haben will: als jungen Wilden. Dass diese Wildheit nicht Verworrenheit wird, dafür sorgt Stadtfeld, indem er klar trennt: ein wunderbar weicher Anschlagsteppich, auf dem sich die Melodielinien klar angeschlagen und so konturiert abzeichnen. […] Wer diesen „jungen“ Bach von Stadtfeld hört, erlebt einen neuen Bach, einen Romantiker, aber forsch, frech, frei! Und Stadtfeld gibt dem späteren Thomaskantor sein kluges, junges Gesicht wieder.“
(Münchener Abendzeitung, 16.12.2015 zum Konzert im Prinzregententheater)

"Martin Stadtfeld kann etwas, was nur wenige Pianisten können: das Publikum für klassische Musik begeistern und dennoch keinen Fußbreit vom ganz persönlichen Stil abzuweichen. Dies machte der 32-jährige deutsche Ausnahme-Pianist beim Kissinger Sommer mit seinem Konzert im Rossini-Saal deutlich. Dass er etwas vom Wesen dessen, was Musik ausdrücken kann, erfasst hat, veranschaulichte der gebürtige Koblenzer schon mit den Mendelssohn-Variationen Opus 54. Wie Stadtfeld hier durch eine allmähliche Steigerung sämtlicher Parameter die Variationen zu übergeordneten Gruppen zusammenfasste, ohne den großen Bogen aus den Augen zu verlieren, war schlichtweg genial. Seine Virtuosität präsentierte der Pianist unangestrengt und elegant, was auch für Schumanns Waldszenen galt, deren Ausdrucksbreite von Eichendorff‘schem Idyll bis Wozzeck-hafter Spuk-Natur er voll auskostete. Ohne Kompromisse, aber auch ohne jede Spur von interpretatorischem Fanatismus, dafür aber mit umso mehr Glaubwürdigkeit beim Umgang mit den großen Werken der Musikgeschichte, spielte er Chopins Etüden Opus 10. Die zwölf romantischen Etüden durchsetzte Stadtfeld höchst spannend und sinnvoll mit sechs Bach-Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier."
(Mainpost, 12.07.2013, zum Konzert im Rossini-Saal in Bad Kissingen)

"[...] Die bilderreichen „Waldszenen“ von Robert Schumann ließ uns Stadtfeld feinsinnig erleben. Wie spritzig-pfiffig war zum Beispiel „Vogel als Prophet“, oder wie beseligend der „Abschied“. [...] Die Großartigkeit der musikalischen Erfindung in den Bach`schen Präludien [...] war hoch zu bewundern. [...] Der Beifall wollte nicht enden, und so spielte der Pianist als Zugabe Prokofjews wild-wahnsinnige Toccata im stärksten Fortissimo, und als Zweites die rauschhafte As-Dur Etüde Chopins. Dann gingen die Lichter im Saal an und man fand sich beseligt wieder zurück im Normalen."
(Schwäbische Zeitung, 20.05.2013, zum Konzert in der Tuttlinger Stadthalle)

"Lang anhaltende Ovationen haben den Ausnahmepianisten Martin Stadtfeld verabschiedet. [...] Hier treffen sich Komposition und Interpret, Vorgabe und Freiheit, Respekt vor dem Werk und Entschlossenheit der Darstellung. [...] Was [...] Stadtfelds Ausnahmestellung im Heer der guten Pianisten ausmacht, ist seine unnachahmliche Fähigkeit, jeder Fuge und ihrem Präludium Eindeutigkeit zu verleihen und gerade dadurch die 48 Stücke zu einem fast zweistündigen Zyklus zu formen. Damit führte Stadtfeld seine Zuhörer in jene konzentrierte Aufmerksamkeit hinein, die Buddhisten in der Meditation finden und die hierzulande inzwischen als jene Kraft bezeichnet wird, in der Kopf und Bauch, Verstand und Gefühl, Körper und Seele in Ruhe zueinander finden. Letztlich wohl nicht mehr und nicht weniger als das, was schon Bach meinte, wenn er unter seine Werke schrieb: "Soli Deo Gloria"."
(Lippische Landeszeitung, 09.05.2013, zum Konzert im Detmolder Konzerthaus)

"[...] unpathetisch und ohne deutsche Tiefgründelei, nämlich klar und geradlinig, großzügig und geradezu elegant, man könnte neudeutsch auch "cool" sagen, verfuhr Stadtfeld mit dem Eingangssatz der berühmten Sonate Nr. 8, und setzte diesen manchen überraschenden Ansatz mit einem sehr schlichten und natürlichen, verhalten emotionalen Adagio in kostbar gedeckten Farben fort. Im Rondo-Finale endlich stellte er seine Brillanz und Virtuosität in den Dienst einer fast schon übermütigen Spiellaune."
(Fränkische Zeitung, 08.05.2013, zum Konzert im Schloss in Weikersheim)

„ […] Bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Klavierkonzert Nr. 1 […] erwartete man vom Pianisten zunächst kräftigen Oktavendonner und feuriges Diskant-Glitzern, wie man es von den Großen der Zunft […]seit jeher gewohnt ist. Stadtfeld allerdings enthielt sich aller Effekte, ging weder im Kopfsatz noch im Finale (außer kurz vor Schluss) im Anschlag über ein Mezzoforte hinaus. Die Wirkung verblüffte. Andererseits hatte der jugendliche Komponist sich den wahrlich nicht vor tieferer Bedeutung überquellenden Solopart selbst auf den Leib geschrieben - eben um Furore zu machen. Was bleibt also von diesem Konzert, wenn dieser Aspekt ganz herausgefiltert wird? Stadtfelds kühner Deutungsversuch bleibt gleichwohl aller Ehren wert, zumal sich beim genauen Hinhören sehr wohl erschloss, dass jeder Ton an der richtigen Stelle saß. Eine so unfehlbare Geläufigkeit, gleichsam im Verborgenen, ist schon eine Kunst für sich. Es wäre auch ein Missverständnis, dem jungen Westerwälder die romantisch-ungestüme Ader absprechen zu wollen; er hat vor nicht allzu langer Zeit etwa mit dem 1. Klavierkonzert von Brahms bewiesen, dass er sie im Überfluss besitzt. Auch die Intensität des langsamen Mendelssohn-Satzes, der hier nun zum zentralen Höhepunkt avancierte, verriet ganz viel "Seele". Eine freilich noch geeignetere Materie hierfür war die Zugabe: Bachs Choral "Nun komm, der Heiden Heiland" in Busonis "naturbelassener" Klavierfassung. Einfach schlicht und ergreifend. […]“
(General Anzeiger, 26.01.2013, zum Konzert am 24.01.2013 in der Kölner Philharmonie)

„Stadtfeld spielt den Solopart [von Beethovens Klavierkonzert Nr.4] nicht geradlinig klassizistisch, sondern verträumt und empfindsam, nahe an der Romantik eines Franz Schubert. Und die Zartheit, mit der er bravouröse Passagen streichelt, erinnert gar an die impressionistischen Klangwelten eines Claude Debussy. […] Im langsamen Mittelsatz, einem Dialog zwischen streng herrschendem Orchester und lyrisch leidendem Klavier, entfaltet Stadtfelds sensibler Anschlag die stärkste Wirkung. Da findet der Pianist zu bewegender poetischer Tiefe.“
(Westdeutsche Zeitung, 24.1.2013, zum Konzert am 23.1.2013 in der Düsseldorfer Tonhalle)

„Bach brillant und klar bis in kleinste Verzierungen hinein. […] Da brillierte Martin Stadtfeld mit seinen gestalterischen Mitteln, pendelte virtuos zwischen Führungsposition mit rhythmisch-motorischem Drive und Teamwork im selbstlosen Eintauchen in den Streicherklang, variierte raffiniert Dynamik, Anschlag und Artikulation, genoss die eigenen Möglichkeiten in diesem fulminanten Klavierpart."
(Badisches Tagblatt, 18.12.2012, zum Konzert im Festspielhaus Baden-Baden)

„ […] Der gefeierte Bach-Interpret Martin Stadtfeld brillierte in einem Konzert des Barockmeisters, bevor er in den romantischen Klavierglanz Mendelssohns eintauchte. […] Pianist Martin Stadtfeld erzielte in den g-Moll Konzerten von Bach und Mendelssohn eine unglaubliche Verschmelzung mit den Jenaer Philharmonikern: Mit orchestralem Duktus tauchte er in das Spiel des Klangkörpers ein und erhob sich grazil in den forcierten lyrischen Passagen mit sanftem Klangschimmer. Der Maestro ermöglichte in beiden Werken schönste Piani, so dass der Solist sich in lyrischer Versunkenheit ergießen konnte. Voll lebendigen Flusses erstrahlte Bachsches Liniendenken, während der Solist Spielweisen des Cembalos meisterlich auf das Klavier übertrug. Mit großer Geste eröffnete Mendelssohns Klavierkonzert, in dem Stadtfeld dann pianistische Brillanz voll Leichtigkeit und Finesse unter Beweis stellte.“
(TLZ. 18.10.2012, zum Konzert am 17.10.2012 in Jena)

„Die direkte Gegenüberstellung ausgewählter Präludien aus beiden Bänden von Bachs "Wohltemperiertem Klavier" mit Etüden aus opus 10 Chopins förderte manche Parallelität zutage. In Stadtfelds beschleunigt-geschmeidiger Darstellung wirkte das C-Dur-Präludium weniger lautenartig denn wie eine Vorwegnahme des Übungsstücks in der gleichen Tonart. Umgekehrt leuchteten die barocken Wurzeln der auf- und abwärts wogenden Figurenketten auf. Wo in Bachs a-moll-Vorspiel der Bass chromatisch, also in abwärtsgerichteten Halbtonschritten voranschreitet, verlegt Chopin das in seiner a-moll- Etüde in die rechte Hand, wendet die Schwere in glitzerndes Perlen. […] Sauber gegliedert und farblich vielfältig ausschattiert bot Stadtfeld die ernsthaften, fast strengen Variationen Mendelssohns. Am wenigsten offensichtlich traten Bach-Bezüge in Schumanns "Waldszenen" opus 82 hervor, deren hochromantische Poesie der Pianist feinsinnig ausleuchtete.“
(Frankfurter Neue Presse, 10.9.2012, zum Konzert am 7.9.2012 in Oberursel)

„Was die Spielweise von Stadtfeld […] so außergewöhnlich macht, zeigte sich an diesem Stück [Bach: Konzert in d-Moll BWV 1052] deutlich: In manchen Passagen ließ er die Töne in einem zerbrechlich zarten Pianissimo und in plötzlich zurückgenommenem Tempo nahezu ausklingen, um sie gleich darauf wieder in strenger Zuspitzung und temporeicher Spielweise voranzutreiben, ohne dabei das eigentlich so sinnlich-lustvolle an Bachs Komposition zu vernachlässigen.“
(Kölner Stadtanzeiger, 24.8.2012, zum Konzert am 23.8.2012 in Brühl)

„Eine prima Idee, junge Instrumentalisten, die am Anfang ihrer Karriere stehen, mit einem schon arrivierten Musiker zusammenzubringen. […] Insofern hat das Rheingau-Musik-Festival mit dem jüngsten Konzert seiner Reihe "Meisterschüler-Meister" voll ins Schwarze getroffen. [… ] Ganz schön forsch kam nach der Pause Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 daher. Dabei war Martin Stadtfeld als "Meister" am Piano mit seinem prägnanten Anschlag der Dynamo des Geschehens. Mit motorischer Strenge trieb er die Musik voran, wobei die vier "Meisterschüler" des "Artevio-Quartetts" ihm im Temperament in nichts nachstanden. Der jugendliche Furor dieses Werks, das Schumann seiner geliebten Clara gewidmet hat, kam jedenfalls bestens zur Geltung. Und so gab es am Ende zu Recht kräftigen Applaus.“
(Frankfurter Neue Presse, 24.07.2012, zum Konzert am 22.7.2012 beim Rheingau Musik Festival)

„Rund 300 Konzertbesucher warteten mit Herzklopfen auf [Martin Stadtfeld]. Jene, die Johann Sebastian Bachs Kompositionen immer mochten, liebten sie nach dem Spiel Martin Stadtfelds innig. […] Sozusagen als Intro für ein grandioses Konzert der Meisterklasse wählt er Felix Mendelssohn-Bartholdys „Variations sérieuses, op. 54“. […] Martin Stadtfeld gelingt hier bereits der Vorgeschmack auf fast Unbeschreibliches. […] Ohne Partiturvorlage, zu keinem der Werke, tauchte er hinab in die Tiefen seines Spiels. Im Fortschreiten entstand der Eindruck, eine immer intensivere Identifikation Martin Stadtfelds mit seinem Instrument und den Klängen zu spüren. Die Bach'schen „Goldbergvariationen“ gelten als Klimax der Klavierkompositionen weltweit und manche Fachleute erachten sie für unspielbar. Es ist ein Wagnis, sich dieser Technik, den motorischen Kraftakten zu verschreiben. Stadtfeld tut dies und errang mit 23 Jahren dafür den Echo-Klassik Preis. Sein Körper hält sich kerzengerade, seine Hände jagen furios über die Tasten, ganz im Sinne Bachs. Die Bewegungen seiner Finger sind weniger eine Fertigkeit, es ist Tanz in den rasantesten Tempi. […] Ein fulminantes Werk mit nicht minder imposantem Pianisten fand tosende, minutenlange und stehende Ovationen.“
(WAZ, 7.7.2012, zum Konzert am 5.7.12 auf Schloss Berleburg)

„Dass Martin Stadtfeld derzeit als einer der herausragenden pianistischen Bach-Interpreten gilt, bewies er in der Glocke eindrücklich mit virtuoser und spritziger Spielweise, die gepaart war mit Einfühlsamkeit und intensiver Ausdruckskraft.“
(Bremer Nachrichten, 16.04.2012 zum Konzert am 13.04.12 in der Bremer Glocke)

„Stadtfeld scheut sich auch nicht, die Möglichkeiten des Flügels auszuschöpfen. Gerade in den langsamen Sätzen lässt er Phrasen mit hauchzartem Anschlag in ein ätherisches Nichts entschweben. […] Die Ecksätze prägen federnde Leichtigkeit und Eleganz. Bach hat hier keine kontrapunktischen Grübeleien und kein freudeloderndes Gotteslob geschrieben, sondern Musik, die ans Musikantische appelliert, ans lustvolle Spielen und Hören. Und genau das setzt Stadtfeld um. […] Einmal mehr präsentieren Pianist und Orchester hier den alten Bach als geistreichen Entertainer.“
(NOZ, 13.04.12 zum Konzert am 12.04.12 in der Osnabrücker Stadthalle)

„Der Pianist Martin Stadtfeld widmete sich in der Essener Philharmonie den Klavierkonzerten von Johann Sebastian Bach - und überzeugte auf ganzer Linie. Als kompetenter Anwalt der Klaviermusik Bachs hat sich Martin Stadtfeld in Essen schon mehrfach präsentiert. Bei seinem jüngsten Auftritt widmete er sich mit dem Philharmonischen Kammerorchester München den Klavierkonzerten des Leipziger Thomaskantors. Dieser Abend im Alfried-Krupp-Saal gab Anlass zu heller Begeisterung und legitimierte selbst ein Salonstück wie Gounods „Ave Maria“ als Zugabe. Und einmal mehr zeigte sich, dass historische Aufführungspraxis mit Cembalo und Darmsaiten bespannten Streichern nur eine Alternative sein kann zum modernen instrumentalen Klangbild samt Steinway-Flügel. Denn was Stadtfeld im nahtlos ineinandergreifenden Wechselspiel mit Konzertmeister Lorenz Nasturica-Herschcovici und seinem Ensemble bot, war blühendes Leben, war mitreißend vitales Barockmusizieren. Ob im Klavierkonzert Nr. 3, 4 oder 7 – überall bestach der kraftvolle Zugriff und die Konturenschärfe, durch die Bachs Musik wie eine kontrastreiche, abschattierte Schwarz-Weiß-Zeichnung erstand. Wie motorisch angetrieben entwickelten sich die Ecksätze, von Stadtfeld in klarem, bewusstem Anschlag und prägnant herausgemeißelter Basslinie modelliert, während er die langsamen Mittelsätze mit warmen Farbnuancen bereicherte und zu einer tief ausgeloteten, aber unsentimentalen Interpretation fand.“
(WAZ, 05.02.2012, zum Konzert am 04.02.2012 in der Essener Philharmonie)

„Der 31-Jährige [Martin Stadtfeld] spielt in Grünwald Bachs Klavierkonzerte 3, 4 und 7 nicht nur kraftvoll und direkt, sondern belebt auch die Stücke, die Bearbeitungen von älteren Werken für ein anderes Melodieinstrument sind, mit perlenden Läufen und einer streckenweise funkelnden Leichtigkeit. Überzeugend begleitet von der Kammerphilharmonie München unter Lorenz Nasturica-Herschcowici - mit der er 2011 diese Konzerte in Grünwald auf CD eingespielt hat - nutzt er auch die Möglichkeiten des Flügels. Oft setzt er das Pedal ein, entfaltet einen weichen Klang und in den langsamen Sätzen eine ergreifende Tiefe.“
(Süddeutsche Zeitung, 28.01.2012, zum Konzert am 26.01.2012 in Grünwald)

„Stadtfeld […] ging spielerisch, sinnlich an Bachs Musik heran. Da gab es Crescendi und plötzliche Zurücknahmen der Lautstärke, die wohl mehr einem romantischen Empfinden als der reinen Bach-Lehre entsprechen. Auch Pedal-Askese ist nichts für Stadtfeld. Rein pianistische Klangeffekte wie eine in Oktaven geführte Melodie im Adagio von BWV 1054 kostete er lustvoll aus.“
(Hamburger Abendblatt, 20.01.12 zum Konzert am 18.01.12 in der Hamburger Laeiszhalle)

„Martin Stadtfeld präsentierte sich in der Braunschweiger Stadthalle als sinnlich-sanglicher Bach-Romantiker […] Beim Konzert des 31-Jährigen am Dienstag in der fast ausverkauften Braunschweiger Stadthalle leuchtete der göttliche Funke vor allem in den langsamen Sätzen der drei Klavierkonzerte Nr. 3, 4 und 7 auf, die er sich gemeinsam mit dem Philharmonischen Kammerorchester München vorgenommen hatte. Über den in stiller Seinszuversicht geradlinig voranschreitenden Bassläufen entfaltete Stadtfeld mit berückend weichem Anschlag ein melancholisch-feinsinniges, farbenreiches Kaleidoskop melodischer Variationen und Arabesken.“
(HarzKurier, 19.01.2011 zum Konzert am 17.01.12 in der Braunschweiger Stadthalle)

„Beethoven Zyklus […] Die Philharmoniker inspiriert die ungewohnte Freiheit anscheinend mächtig, blitzend durchhörbar und prächtig klangsinnlich gelingen zum Auftakt das Erste und Dritte Konzert, im elegisch-heroischen Traditionsformat, aber voller Spannkraft. Das alles passt zu Stadtfeld […]. Das frühere C-Dur-Konzert spielt er als lichten Traum von Rokoko. Der zart pochende Anschlag mit dem spinnwebfeinen Legato scheint dem Hammerklavier abgelauscht, das Rondo setzt eine silbrige Spieldose in Gang. Auch im späteren c-Moll-Konzert verschmilzt Stadtfeld das Passagenwerk gern introvertiert mit dem Orchester, erweitert aber den emotionalen Ambitus.“
(Süddeutsche Zeitung, 13.12.2011 zum Konzert am 11.12.11 in der Münchner Philharmonie)

„Der Tastenzauberer […] Der Pianist Martin Stadtfeld […] ist vor allem bekannt und berühmt als Interpret der Tastenwerke von Johann Sebastian Bach. Dass er auch im Bereich Klassik […] und der Romantik […] zu Hause ist, bewies er am Montagabend bei seinem umjubelten Konzert in der vollbesetzten Stadthalle.“
(Eckernförder Zeitung, 16.11.2011 über das Konzert am 14.11.2011 in Eckernförde/Stadthalle)

„An Bachs Tasten wie einst Gould […] Das Spiel des zur Zeit wohl versiertesten Bach-Interpreten ist so schwebend zwischenstrengem Staccato-Portato tragender Melodietöne und sausenden Perlschnüren der darum gewobenen Arpeggien und Thrill-Trillern wie bei Goul – auch wegen seines Vermögens, in Bachs tönender Mathematik die Poesie wiederzufinden. Nicht mal Gould gelang es, das Adagio des d-Moll-Konzerts so fliegend, fließend, lazy liegend einhändig zu spielen. Stadtfeld erntet dafür Bravos – auch und gerade für das romantische Kontrast- und Kraftfeuerwerk, das er in der Zugabe, Wagner/Liszts Tristan-Bearbeitung für Klavier, entfacht.“
(Kieler Nachrichten, 11.10.2011 zum Konzert im Kieler Schloss am 09.10.2011)

„Martin Stadtfeld eröffnete seinen auf zehn Jahre angelegten Beethoven-Zyklus mit den ersten drei der 32 Klaviersonaten. […] Im Largo versinkt Stadtfeld im Raum-Zeit-Kontinuum, bis urplötzlich donnernde Akkorde wie Supernovae aufflammen. Luftig das Scherzo, gesanglich das Rondo, alles fließt organisch, um nichts wird gerungen, […]. Immer weiter fächert der Pianist die Dynamik auf, das Rezital kulminiert kraftvoll in der dritten Sonate aus op. 2 in C-Dur. Hier endet Stadtfelds Zurückhaltung. In der Durchführung tobt ein Sturm auf hoher See, ungezähmt, mit Motiven aus dem Urgrund, brutal herausgehämmert. Vom Andromeda-Nebel herab senkt sich das Adagio, sphärisch. Als Zugabe dann Bach, Schumann und Wagners "Isoldens Verklärung", bearbeitet von Franz Liszt: pure Ekstase auf der Heidecksburg.“
(Ostthüringer Zeitung, 20.09.2011 zum Auftakt der Beethoventage)

„Pianistische Attraktionen rund um Werke von Bach. Ein interessanter Klavierspieler. In eigenständiger Sicht gestaltet Martin Stadtfeld seinen Abend in der Heidelberger Stadthalle als Benefiz zu Gunsten des Heidelberger Frühlings. Sein Repertoire mit dem Fixstern Bach, für ihn das Alpha und Omega der Musik, mit dessen Goldberg-Variationen der jetzt 30-Jährige berühmt wurde, hat er stetig erweitert. In Heidelberg eröffnet er seinen Klavierabend zwar mit der filigran aufgelisteten, aus edler Schönheit blühenden und durchaus mit eigenwilligen Details versehenen englischen Suite (BWV 809), doch dann konfrontiert Stadtfeld mit dem Thema "Bach und die Folgen". […] Rachmaninow, und mit ihm sein Exeget Stadtfeld, saugt Raffinesse und Parfüm zugleich aus der pianistisch kunstvoll ausbalancierten Bearbeitung des Violin-Präludiums (BWV 1006); und doch bleibt der musikalische Kern unversehrt. Oder Franz Liszt: Natürlich dienen ihm die Variationen über Bachs "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" zu attraktiven Farbspielen aus der chromatischen Motiv-Struktur, die er zu orchestraler Kraft entwickelt. Doch zwischendurch zeigt die Versprödung des Klage-Motivs, wie intensiv sich Stadtfeld mit dieser Komposition auseinandergesetzt hat. Es gab einmal eine Zeit, da beherrschten "Klavierlöwen" die Szene. Stadtfeld erinnert daran, wenn er Wagners "Tannhäuser"-Ouvertüre von Franz Liszt ins Programm nimmt, um das riesige Verführungspotenzial dieser Bearbeitung herauszustellen, oder wenn er "Isoldes Liebestod", ebenfalls von Liszt bearbeitet, in der exzentrischen Erlösungsmystik voll auskostet. […] Bei den Schumann-Zugaben spielte Martin Stadtfeld selbst den Bearbeiter mit dem Lied "Mondschein" aus dem Eichendorff-Liederkreis. Das Publikum war begeistert von diesem Pianisten, dessen Auftreten ein wenig an den jungen Pogorelich erinnert.“
(Mannheimer Morgen, 28.01.2011, zum Konzert in Heidelberg am 25.01.)

„Was Deutschlands erfolgreichster pianistischer Jungstar Martin Stadtfeld vor der Pause im zweiten Konzert für Klavier und Orchester op.19 von Beethoven an kristalliner Brillanz, an rhythmischer Souplesse und an melodischer Spannkraft zu bieten hatte, erinnert an sein fabelhaftes Bachspiel. Besonders gelungen erscheint das nachdenklich-hymnische Adagio, in dem träumerische Verinnerlichung mit wuchtigen Orchester-Akzenten kontrastiert. Auch das abschließende 6/8-Rondofinale setzt markante Akzente und spürt aufmerksam den harmonischen Subtilitäten nach- ein humorvoller Kehraus. Wagners berührenden Abschiedsgesang, Isoldes Verklärung in der Transkription von Franz Liszt macht Martin Stadtfeld zur bejubelten Zugabe.“
(Nürnberger Zeitung zu den Neujahrskonzerten am 05. und 06.01.11 in Nürnberg/Meistersingerhalle)

„Stadtfeld ist ein behutsamer Musiker. Wenn er spielt, wenn er den Werken nachspürt, merkt man ihm das Ringen an, das Schwanken, das ihn wohl überfallen will, wenn er zwischen seiner persönlichen Auffassung und dem Werkcharakter schwankt. […] In der Zugabe, Prokofjews Toccata opus 11, zeigt er die Rasanz und Virtuosität, die er eben auch kann.“
(Westfälischer Anzeiger, zum Konzert 23.10.2010 Essen / Philharmonie)

„Den Auftakt des Abends gestaltete Martin Stadtfeld, der - gerade 30-jährig - bereits zu den gefragtesten deutschen Pianisten gehört, mit dem Solopart in Ludwig van Beethovens 1803 uraufgeführten 3. Klavierkonzert c-Moll op 37. Vorweg gesagt: Die Erwartungen wurden vollauf erfüllt, das Erlebnis sorgte für beglückte Musikfreunde und enthusiasmierten Applaus. Die deutlich phrasierte Einleitung mit energischem Zugriff auf das Allegro con brio ließ Schlüsse auf die Interpretation der Ecksätze zu, die sowohl vom Solisten als auch vom Orchester mit emotionaler Verve und intelligenter Durchleuchtung formuliert wurden. Das Zusammenwirken von Pianist und Ensemble erschien ausgewogen und dynamisch. Hatte der Solist Pause, trumpfte das Orchester stärker auf, ansonsten hielt der Maestro am Pult begleitbewusst Zwiesprache mit dem Solisten. Stadtfeld hatte sich eine atemberaubende Kadenz zusammengestellt, die in der Klimax über des Komponisten musikalische Sprache weit hinauswies und zum Schluss mit den Arpeggien im Piano zum allerschönsten Beethoven zurückfand. Der wunderbare Largo-Satz erhielt in der zurückgenommenen Energie eine schwebende, verhaltene Atmosphäre - zauberhaft! Das Rondo/Allegro schloss in seiner Unbekümmertheit den Kreis zum Beginn. Stadtfeld demonstrierte hier eiserne Disziplin in brillant perlenden Läufen.“
(Giessener Allgemeine, zum Konzert 21.10. Frankfurt / Alte Oper)

„Martin Stadtfelds Vortrag wurde zum Ereignis. Er spielte diese Schumannsche Toccata, die zu den schwierigsten Klavierstücken überhaupt zählt und nur etwa sechs, sieben Minuten lang ist, mit einer virtuosen Leichtigkeit, der auch die schwierigsten Griffe mit bewundernswerter Fingerfertigkeit von der Hand gingen. Mit energisch-klarem Zugriff gespielt die unablässig perlenden Läufe, in die hinein die verschiedenen Themen gesetzt wurden. Die hochvirtuose, atemberaubende Darbietung zeichnete sich durch nuancierte Anschlagskultur mit Präzision und Feingefühl, gepaart mit wundervoller Phrasierungskunst, aus, gefiltert durch ebenso emotionales wie intellektuelles Durchdringen der Komposition. Minutenlanger Beifall drückte die große Anerkennung dieser Interpretation durch das Publikum aus. […] Zusammen mit Martin Stadtfeld gab [das Klenke-Quartett] zum Abschluss des Abends das Klavierquintett Es-Dur op 44, das zu den beliebtesten Kompositionen Schumanns gehört. Hier begeisterte Stadtfeld mit einfühlsamem Spiel, drängte sich trotz virtuosem Klavierpart nicht in den Vordergrund, sondern passte sich feinfühlig in das gemeinsame Musizieren mit dem Klenke-Quartett ein, das zu einer Interpretation aus einem Guss wurde. Nachhaltig in Erinnerung bleiben der lyrische Mittelteil und das furiose Finale. Als Zugabe ein Scherzo für Klavierquintett von Dimitri Schostakowitsch, das in seiner Komplexität und intellektuellen Musikalität ein würdiger Abschluss dieses Schumann-Abends war.“
(Frankfurter Neue Presse, Konzert 5.9.10, Schloss Oranienstein)

„Dass das Werk Johann Sebastian Bachs gleichsam einen Brunnen bildet, aus dem andere Komponisten Inspiration schöpfen, lag der inhaltsreichen Werkfolge zugrunde. So ließ sich in Stadtfelds extrem trennscharfem und motorisch bewegten Vortrag des Kopfsatzes von Mozarts erster Klaviersonate C-Dur KV 279 das Vorbild eines Bachschen Präludiums erkennen. Ebenso wie die kontrapunktische und chromatische Arbeit der einsätzigen Klaviersonate h-moll opus 1 Alban Bergs, die Stadtfeld ohne Pause anschloss. Stark verdichtet präsentierte der Pianist Bachs vierte der «Englischen Suiten» (F-Dur BWV 809). Obgleich hier im Anschlag merklich weicher, steigerte er die beiden Menuette und die finale Gigue zu einem furiosen Tanz der Spielleute. Ein dämonischer Schluss einer auf schöpferische Unruhe angelegten Darstellung, der konsequent der Ruhepol der Sarabande fehlte. Die Mehrschichtigkeit der Musik kam dabei konzis zum Vorschein. Orchestralen Glanz wusste Stadtfeld in Franz Liszts hochvirtuosen Übertragungen der «Tannhäuser»-Ouvertüre und Isoldes Liebestod zu entfalten. Auf der Basis seiner makellosen Technik gelangen ihm kraftvolle Deutungen jenseits des bloß Effektvollen. Ein magischer Moment stellte sich in Liszts Variationen über den Bach-Choral «Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen» ein. An jener Stelle , da sich nach klanglichen Gewitterstürmen berührend schlicht der Choral «Was Gott tut, das ist wohlgetan» aussingt, zeigte sich sowohl intellektuelle wie gestalterische Größe.“
(Frankfurter Neue Presse, Konzert 23.07.2010, Schloss Johannisberg/Rheingau-Musik-Festival)

„Dann aber betrat der Star des Abends das Podium im Hubertussaal: Martin Stadtfeld. Erwartungsgemäß übernahm der pianistische Shootingstar die Führung in Robert Schumanns Es-Dur Klavierquintett op.44 mit Nerv und Verve. Aber es war alles andere als ein Egotrip - im Gegenteil: das hochtourige solistische Bach-Genie erwies sich bei Schumann als großartiger Kammermusiker. Experte war er natürlich im Fugato des Finalsatzes, ließ aber das Ensemble mit wunderbarem agogischem Puls atmen, kostete die süffigen Themengestalten mit melodischer Inbrunst aus und berührte durch emotionalen Tiefgang.“
(Süddeutsche.de, Konzert 16.07.2010, Schloss Nymphenburg/Hubertussaal)

„Schnörkellos und direkt steigt er in Mendelssohns erstes Klavierkonzert ein - und macht mit lapidaren Oktaven, mit rhythmisch-motorischem Drive noch den Begleitern Beine…Das jüngste „Kontrapunkt“-Konzert in Kölns Philharmonie brachte also eine Begegnung mit dem Shooting-Star der deutschen Klavierszene, der mit seinen Bach-Aufnahmen Aufsehen erregte…und diskografisch inzwischen bei Beethoven angekommen ist…Es geht um den glänzenden pianistischen Zugriff, weltmännische Eleganz und schöne Melodien. Dafür ist Stadtfeld genau richtig…Stadtfeld schließt seine Phrasen nüchtern ab, verzärtelt sie nicht durch exzessive Rubati, veranstaltet keine sentimentalen Sitzbäder, neigt überhaupt zu einer eher nüchternen Performance…Gerade das Brahms-Intermezzo offenbarte ein schön-kontrolliertes lyrisches Gespür.“
(Kölner Stadt-Anzeiger, Konzert 13.01.2010, Köln/Philharmonie)

„Auch das 2. Klavierkonzert in c-Moll Op. 18 von Rachmaninow entstand zu Beginn des 20. Jahrhundert. Der Pianist Martin Stadtfeld ist fast genauso alt, wie Rachmaninow war, als er das Konzert mit 28 Jahren komponierte. Stadtfeld interpretierte es in äußerst sensiblen Spiel mit sehr weicher, jugendlich empfindsamer Klanggestaltung."
(Pforzheimer Zeitung, Konzert 30.01.10, Baden-Baden/Festspielhaus)

"Drei Toccaten und die "Französischen Ouvertüre…zeugen von der Souveränität, mit der Stadtfeld Bachs Musik interpretiert. Stadtfeld wählt überzeugende Tempi, phrasiert sensibel und verdeutlicht die polyphone Linienführung wunderbar durch unterschiedliche Artikulationen der Stimmen in rechter und linker Hand. Dabei ist sein Spiel erstaunlich klangsinnlich, die fis-Moll-Toccata und die Ouvertüre geraten fast träumerisch." (Hamburger Abendblatt, Konzert 29.04.09, Hamburg/Laeiszhalle)

"Was für eine schöne, kleine Tradition: Immer, wenn Starpianist Martin Stadtfeld irgendwo auftritt, nimmt er sich die Zeit, sein Wissen zu teilen - mit neugierigen kleinen Kindern. Und so sitzt er am Donnerstag in der Kummerfelder Osterkirche und erklärt 90 Grundschülern, was so spannend ist an diesem Johann Sebastian Bach und seiner Musik...Die sechs- bis neunjährigen Mädchen und Jungen…schauen ihn mit strahlenden Augen an und klatschen begeistert…Am Abend zuvor hatte Martin Stadtfeld in der Laeiszhalle Toccaten von Bach, Schumann und Prokofjew mit seiner Empfindungskraft in unsere Zeit geholt: selbstvergessen in seiner virtuosen Spielfreude, makellos in der Technik, feinstdifferenziert in seiner Anschlagkultur. Mal aufbrausend, mal tänzerisch leicht, mal voller Eleganz - und immer stimmig."
( Hamburger Morgenpost, Konzert 29.04.09, Hamburg/Laeiszhalle)

"Fugen aus dem Weltall – Im es-Moll-Präludium hörten alle Uhren zu ticken auf. Wer gerade Atem geschöpft hatte, hielt ihn an: Die Weimarhalle wurde für einen endlosen Augenblick zum der Erdzeit entrückten Raumschiff auf „der Reise zum Inneren der Seele“…“Fugen aus dem Weltraum“ finde man im 1. Band von Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Clavier“, schwärmt Stadtfeld, der diesen Zyklus im Rahmen der „Thüringer Bachwochen“ interpretierte. Und so spielte er die dis-Moll-Fuge, die enharmonische Schwester des es-Moll-Präludiums, als hätte Bach sie aus dem Schwarzen Loch im herzen unserer Milchstraße zu uns gefunkt: schwebend. Ätherisch getupft, im Decrescendo hinter dem Ereignishorizont verschwindend…Und so ist das kosmische Panorama dieses unvergessliche Recitals schon umrissen: Zwischen dem cis-Moll-Präludium als introvertiertem Liebeslied, der lakonisch hingezimmerten D-Dur-Fuge, dem unwiderstehlichen Drive der Es-Dur-Fuge und der Transparenz und Exaktheit des e-Moll-Präludiums bewegte sich Martin Stadtfeld durch Bachs Universum wie das Licht durch den unendlichen Raum…Das euphorisierte Publikum erklatschte sich mit Standing Ovations zwei Zugaben: Neben einer Bach-Suite-Bearbeitung ertönte Sergej Prokofjews Toccata in d-Moll als apokalyptische Unausweichlichkeit – und vor Schreck fingen die Uhren wieder zu ticken an."(Thüringische Landeszeitung, Konzert 19.04.09, Weimar/Weimarhalle)

"Stadtfelds Stärke ist das sangliche Perlen der Töne. Zart und leise beginnt er Bachs e-Moll-Toccata, lässt die flotten Passagen wie am Schnürchen aufblitzen. In der D-Dur-Toccata wechselt Aufbrausen mit leisem Buchstabieren, befreit sich Stadtfeld zu fast tänzerischer Leichtigkeit, die nach dem plastisch gestalteten Dialog der Fugenstimmen mit einem flotten Abspann ins Helle führt. Eine beflügelnde Interpretation. Das war schon der passende Ton für Bachs „Französische Ouvertüre", einer Tanzsuite, in der Stadtfeld aus elegant fließender Bewegung immer wieder neue Charakterformen schöpfte, mal kokett verziert, mal träumerisch, und mit Laut-Leise-Echo am Schluss…Aber lieben wollen wir ihn für die zugegebene Siciliana von Bach als bergendem Nachtgesang."
(Braunschweiger Zeitung, Konzert 12.03.09 Braunschweig)

Gespielt wie gesungen. Martin Stadtfeld interpretierte Toccaten von Bach und Prokofjew in Braunschweig
„Stadtfelds Stärke ist das sangliche Perlen der Töne. Zart und leise beginnt er Bachs e-Moll-Toccata, lässt die flotten Passagen wie am Schnürchen aufblitzen. In der D-Dur-Toccata wechselt Aufbrausen mit leisem Buchstabieren, befreit sich Stadtfeld zu fast tänzerischer Leichtigkeit, die nach dem plastisch gestalteten Dialog der Fugenstimmen mit einem flotten Abspann ins Helle führt. Eine beflügelnde Interpretation."
(Newsclick, Konzert 12.03.09 Braunschweig)

Martin Stadtfeld spielt Bach: Weg durch Klangwelten führte ins Fegefeuer
"Seine Interpretation des "WT 1" beeindruckt noch mehr seine Goldberg-Varationen. Weil seine Reise durch den Quintenzirkel auch eine Reise durch Klangwelten ist, aus der große Reife klingt. Eine Meisterleistung an Konzentration war dieser Abend und eine Meisterleistung an Klangfantasie. Sanft und innig eröffnete Stadtfeld den Zyklus in C-Dur. Zwei Stunden später, in denen die Spannung nie abfiel, war er im impulsiven Fegefeuer des h-Moll-Präludiums angekommen. Dazwischen hörte man viele Facetten differenzierten, ausdrucksstarken Klavierspiels und noch mehr Anschlagsvarianten und Klangfärbungen mit dem Pedal. Nach Chopins Nocturnes und Debussys Impressionismus klangen einige der geschmackvoll verzierten Präludien, nach barocken Tänzen andere, spielerisch virtuos und dabei sehr klar und linear die Fugen. Mächtige Orgelklänge imitierte Stadtfeld auf dem Klavier und silbrige Cembalotöne. Es war eine Reise aus dem Barock durch Rokoko und Romantik. Innig und impulsiv. Meisterlich."
(Ruhr Nachrichten, Konzert 25.02.09 Dortmund/Konzerthaus)

„Martin Stadtfeld in Frankfurt gefeiert. Szenen wie nach einem Popkonzert spielten sich am Donnerstagabend am Ende des Klassikkonzerts von Martin Stadtfeld in Frankfurt ab. Rund 1650 Besucher feierten den 28-jährigen Pianisten in der ausverkauften Alten Oper für seine erste Live-Aufführung von Bachs Monumentalwerk „Das Wohltemperierte Klavier". Der Bejubelte bedankte sich mit einer furiosen Darbietung von Prokofievs „Toccata" als Zugabe. Der Meisterpianist […] interpretierte in der Reihe „Große Interpreten" die 24 Präludien und Fugen von «Band I (BWV 846- 869)» auswendig und hochkonzentriert. Er erfüllte das streng konstruierte, ebenso anspruchsvolle wie facettenreiche Werk mit Leben und ließ es hochmodern klingen."
(dpa Meldung, Konzert 05.02.09 Frankfurt / Alte Oper)

„Herrn Stadtfelds Gespür für C. Martin Stadtfeld zieht wie eine Ein-Mann-Prozession durch diese Musik, lässt den Klang von Ferne sich nähern, baut Atmosphäre auf, steigert sich in der cis-Moll-Fuge dabei gar in einen heiligen Zorn. Was Stadtfeld, als Bach-Interpret erfolgreich wie kein zweiter deutscher Pianist derzeit, mit diesem Wohltemperierten Klavier macht, ist verblüffend individuell und deshalb unbedingt hörenswert. Er sucht für jedes Präludium und jede Fuge eine eigene Klanglichkeit, prescht mal cembalistisch voraus, schmilzt mal dem Clavichord gleich dahin, baut mal Kathedralen aus Orgelsäulen auf. Wer ihm nicht ins überhöhte Mittelalter folgen möchte, muss nur ein, zwei Tonarten warten, dann ist Stadtfelds Weg wieder im Licht angekommen: Extrem charmant nimmt er die Cis-Dur-Fuge, taghell ist alles in Fis-Dur, ausgesprochen physisch stemmt er das G-Dur-Präludium aus den Tasten; staubtrocken der jeweils erste Ton des A-Dur-Fugenthemas. Nie hebt Stadtfeld die Signalfahne, um einen Fugeneinsatz anzukündigen, er spielt nicht mit Zeigefinger; vielmehr sucht er die Poesie in jedem Stück aufs Neue. Stilistisch riskanter kann man ein Wohltemperiertes Klavier nicht anlegen. Wer Kerzen flackern sieht und das auch so formuliert, begibt sich naturgemäß in Gefahr, als Sentimentalist zu gelten, Bachs Fugen nivelliert zum schlichten Lied ohne Worte. Doch Stadtfeld wird seiner poetischen Idee gerecht ohne Substanzverlust - eine enorme Leistung. Das erste Buch des Wohltemperierten Klaviers, auswendig vorgetragen, sinnlich und als großes zyklisches Ganzes gestaltet: Martin Stadtfeld wurde dafür vom Pro-Arte-Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert."
(Frankfurter Rundschau, Konzert 05.02.09 Frankfurt/Alte Oper)

„So sinnlich können Fugen sein - Ein gefeierter Martin Stadtfeld tauchte in der Alten Oper Frankfurt tief in die Welt von Bachs „Wohltemperiertem Klavier" ein. Es gibt nicht viele Pianisten, die das „Alte Testament der Klavierspieler" […] in einem Konzert aufführen – schon gar nicht mit Ende zwanzig. Martin Stadtfeld traute sich dies, vollbrachte eine enorme Gedächtnis- und Konzentrationsleistung und erntete einen Riesenerfolg. [Er] wählte wie schon auf seiner CD-Einspielung einen ganz eigenen Zugang zum abendfüllenden ersten Band dieses fast 300 Jahre alten Monumentalwerks, das sich lehrbuchhaft durch das chromatische Tonartengerüst schraubt. Fernab von jeglicher akademischen Strenge oder gar etüdenhafter Gelehrsamkeit begriff Stadtfeld diese Sammlung als Zyklus ganz unterschiedlicher Charakterstücke und machte sie als sinnliche Musik erfahrbar: mal lustvoll-spielerisch wie im Cis-Dur-Präludium oder im Duktus einer Passionsmusik wie beim e-Moll-Präludium; mal frech und trotzig wie beim fis-Moll-Präludium oder keck wie in der A-Dur-Fuge oder gar mit schmerzlicher Expressivität wie beim b-Moll-Präludium. Schon der Einstieg mit dem bekannten C-Dur-Vorspiel hatte magische Qualitäten. Stadtfeld gestaltete die Dreiklangsbrechungen wie Harfen-Arpeggien, in makelloser, fast überirdischer Schönheit. Mit seiner über alles erhabenen Anschlagskultur und Technik, vor allem aber mit seiner Empfindungskraft holte Stadtfeld Bach in die Neuzeit, ohne der Musik Gewalt anzutun und ohne ihre Strukturen zu verleugnen. Das Publikum tobte: Prokofieffs wahnwitzige „Toccata" als Zugabe und noch einmal Bach zur Beruhigung – eine Sternstunde im wahrlich an Höhepunkten nicht armen Frankfurter Musikleben!"
(Frankfurter Neue Presse, Konzert 05.02.09 Frankfurt/Alte Oper)

„Martin Stadtfeld spielte Bachs Wohltemperiertes Klavier I in der Essener Philharmonie und schuf dabei die Verbindung von perfekter Form und innerer Leidenschaft. Das ist lebendiges Bach-Spiel. Nicht akademisch, nicht formalistisch. Martin Stadtfeld vermittelt genau das, was er selbst im Wohltemperierten Klavier sieht: die Verbindung von perfekter Form und innerer Leidenschaft. Den großen Strom, der einen mitreißt. Vom Publikum in der Essener Philharmonie [...] gab es dafür die erwarteten Standing Ovations. Das Eingangs-Präludium fließt dahin wie manch ein Debussy-Pre´lude. Noch ein ums andere Mal schafft der 28-Jährige diese Momente, etwa in den Präludien es-Moll oder B-Dur. Das sind Augenblicke von einer meditativen Entrücktheit, wie sie auch ein Svjatoslav Richter so wunderbar zelebrieren konnte. Und dann taucht immer wieder der energische Bach auf. Sechzehntel-Feuerwerke wie im c-Moll-Präludium oder in der e-Moll-Fuge. Diese aufrüttelnde Wirkung kommt vor allem dann großartig zum Ausdruck, wenn Stadtfeld Präludium und Fuge als markanten Kontrast gegenüber stellt (f-Moll oder g-Moll). Immer wieder setzt der Pianist, dessen Einspielung des Wohltemperierten Klaviers (Teil 1) unlängst bei Sony erschienen ist, eindrucksvolle Ruhepunkte. Doch richtig zur Ruhe kommt der Hörer in Stücken wie der geheimnisvollen gis-Moll-Fuge freilich nicht. Im Gegenteil: Man wird gefesselt von der Klangwelt, die der Interpret erzeugt. [...] Richtig virtuos wurde es dann noch einmal in der Zugabe - mit einer Toccata von Sergej Prokofjew."
(WAZ, Konzert 11.01.09 Essen/Philharmonie)

„Stadtfeld bereichert die Kompositionen, ohne jeden Ton gleich in ein Drama zu verwandeln. Das muss er auch nicht. Ein so glänzender Spieler wie er, der das Andantino aus Schuberts später A-Dur-Sonate in den Piano-Regionen gegen den Husten-Orkan des Publikums derart gelöst und strömend zelebriert, den feinsten Wendungen, der Stille nahe, höchst empfindsam nachspürt, hat unbestreitbar das Glück der Zuhörer auf seiner Seite. Nichts wirkt überschwänglich. Die Momente des Schweifenden, der maßvollen Süße, des Grenzenlosen und die kaum wahrnehmbaren physischen Anstrengungen eines disziplinierenden Willens geraten bei Martin Stadtfeld häufig in ein aufregend herrliches Spannungsverhältnis. Selbst die eigentlich so herbe Kontrapunktik der Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier (BWV 857/864) profitiert von dieser geistigen und emotionalen Haltung. Was Stadtfeld souverän im polyphonen Netzwerk markiert, verweist auf winzige Effekte, ohne dass er ihnen deshalb gleich die große, streng genormte Linearität der Bachschen Konstruktion opfert."
(Mannheimer Morgen, Konzert 07.01.09 Mannheim/Rosengarten)

"Ein Glücksfall im Konzertsaal - Martin Stadtfeld mit Bachs Tonarten-Zyklus. Stadtfelds Interpretationen des WTK setzt – fünf Jahre nach seinem sensationellen Debüt mit Bachs ‚Goldberg Variationen’ – nach wie vor auf starke, manchmal auch grelle Kontraste…Nachdem sich der Pianist brillant ins polyphone Geflecht der Es-Dur Fuge verbohrt hat, folgt er wie traumverloren der elegischen Stimmung des es-Moll-Präludiums und taucht in der dis-Moll Fuge erst langsam, mit einzelnen herausgeleuchteten Tönen, aus der dichten chromatischen Bewegung wieder auf. So reihen sich überraschende Höreindrücke aneinander. Obwohl Martin Stadtfeld bei vielen Stücken des Zyklus eigenwillige dynamische Akzente setzt, sind die mehrstimmigen Strukturen klar herausgearbeitet. Den Klangraum des Steinway-Flügels nutzt Stadtfeld in extremer Breite, sein pianistischer Vorstellungshorizont reicht von Scarlatti bis Schostakowitsch…Das geschieht mit souveräner Technik und virtuoser Klanggestaltung…"
(Ludwigsburger Kreiszeitung, Konzert 16.12.08 Stuttgart / Liederhalle)

Stadtfeld bestätigte glänzend, dass ein virtuoser Bach seine unbestrittene Domäne ist. Aber auch, dass Virtuosität nicht alles ist. Absoluter Triumph des Virtuosen: Prokofjews Toccata als Zugabe. Standing ovations.“
(Süddeutsche Zeitung, Konzert 07.12.08 München/Prinzregententheater)

„Es spricht für Stadtfelds Sensibilität, dass sein Konzert kein eingefrorenes Duplikat der neuen CD ist. In Nürnberg stieg er mit hartem Schnitt und geschlossenen Augen in die Trance, aus der prälaudierende Streicheleinheiten wie Rauchkringelchen aufstiegen. Von getüfteltem Gefühl durchdrungene Hörbilder inklusive. Beim Aufbau der Fugen fuhr die Neigung, das Pedal als Blasebalg einzusetzen, gelegentlich dazwischen. Doch das Wechselspiel von Spannung und Entspannung, im zweiten Teil auch an geduckt konzentrierter und entkrampft gereckter Körperhaltung ablesbar, funktionierte faszinierend.Der Jubel kam von allen Rängen."
(Abendzeitung, Konzert 23.11.08 Nürnberg/Opernhaus)

„Der Bach-Beschwörer - Verhangenes d-moll, lichtes G-Dur, sakrale Bassgänge in A-Dur oder Bachs beschließendes Selbstporträt in h-moll: Stadtfelds pianistisches Gewissen und Können fließt in jede Triole und Verzierung, ohne einen Hauch manieriert zu klingen. 48 Seelendramen in zwei Stunden: Das hat nichts mit akademischer Manual-Mathematik zu tun, sondern fächert Emotionen in allen ihren Facetten spektral auf.“
(Nürnberger Nachrichten, Konzert 23.11.08 Nürnberg/Opernhaus)

„In der Sonntags-Matinée im Opernhaus führte Stadtfeld einen subtilen Umgang mit Farben vor. Variable Spielzüge machten die Bach-Werke zum Hörerlebnis. […] Da öffnete sich ein reicher Ausdruckskosmos, nicht zuletzt durch flexible Regie des Pedals und vitale, nie überzogene Phrasierung und Artikulation. Die Virtuosität, die technische Kontrolle, auch der energische Zugriff sowie die Durchsichtigkeit in den polyphonen Strukturen verdienen hohes Lob. In keiner Phase wirkten die Spielzüge trocken und in ein didaktisches Korsett gepresst. Mit seinem leuchtkräftigen, beredten Klavierton nahm der Pianist den Bachschen Fugen jede motorische Strenge. Nichts erstarrte im dogmatischen Ernst, sondern imponierte durch stimmige Zeitmaße. Wie brillant erschien die Architektur in der cis-Moll-Fuge. Es gab weder donnernde Passagen noch pompöse Aufplusterungen, da Stadtfeld die Dynamik hellhörig abstufte. Leuchtende Farben machten das b-Moll-Präludium zur klanglichen Oase. Empfindsame elegische Abschnitte schimmerten im romantisierendem Timbre und verdämmerten im Pianissimo. Stets erschien die Dialektik der Präludien sinnfällig durchgeformt. Furios ging Stadtfeld die e-Moll-Fuge an, breitete die weiten Dimensionen der h-Moll-Fuge aus und dekorierte die Fuge in A-Dur charmant mit kapriziösen Spitzen. Stadtfeld, dieser experimentierfreudige Geist und stupende Techniker, löste beim begeistert applaudierenden Publikum große Bach-Euphorie aus. Beim zugegebenen Toccato-Donner von Prokofieff gerieten alle vollends aus dem Häuschen.“
(Nürnberger Nachrichten, Konzert 23.11. Nürnberg/Opernhaus)

„Mit einem immensen Maß an Präzision, Plastizität und Organik zeigte er seine zweifellos vorhandene außergewöhnliche Musikalität und Intelligenz, aufgrund derer ihm Deutungen von beinahe mikroskopischer Genauigkeit und gestochen scharfer Artikulation gelangen. Dass Stadtfeld über eine frappierende Technik verfügt, weiß man nicht erst seit gestern. Im Rahmen der Zugaben zu seinem – bis dahin per se schon extrem herausfordernden – Programm demonstrierte er dies noch eindrucksvoll anhand eines originellen Zeitsprungs zu Prokoffiews Toccata."
(klassik.com, Konzert 23.11.08 Nürnberg/Opernhaus)

„Er kam, spielte und siegte. Flehentlich-hymnisch tastet sich der Bach-Virtuose Martin Stadtfeld über den Flügel, nuancierte Dynamik und Tempo in gewohnter Feinheit und zog die Zuhörer der fast ausverkauften Stadthalle Montabaur in seinen Bann voll Wehmut und Melancholie. […] Als hätte er sich einer schweren Last entledigt, ließ er perlende Läufe hören, donnerte mal über den Flügel, zeigte dann wieder einen sanften Anschlag und steigerte sich zu einem Scherzo, dessen „vivace“ großartig war.“
(Nassauische Neue Presse, Konzert 16.11.08 Montabaur/Stadthalle)

„In technischer Hinsicht geht Martin Stadtfeld bis an den Rand spieltechnischer Möglichkeiten. Aber auch das wirkt nicht wie bloße Artistik, sondern erfüllt seinen Zweck, nämlich den des Entwerfens von Klangflächen.“
(Badische Zeitung, Konzert 11.11.08 Badenweiler/Römerbad)

„Eine Entdeckung war auch Beethovens 2. Klavierkonzert in der großartigen Interpretation durch Martin Stadtfeld […]. Gleichklang und Harmonie zwischen Solisten, Dirigenten und Orchester war Basis für eine Wiedergabe, die große Vergleiche nicht zu scheuen brauchte. […] Stadtfeld überzeugte mit höchster Anschlagskultur, mit perlenden Läufen und bot innerhalb eines gesteckten Rahmens eine Vielzahl an Nuancen, die er äußerst sensibel ausbreitete."
(Dresdner Neueste Nachrichten, Konzert 01.11.08 Semperoper Dresden / Die Live-Aufnahme dieses Konzerts ist auf der CD "Der junge Beethoven" zu hören.)

„Opus 19 sei sein liebstes unter Beethovens Klavierkonzerten, sagt Martin Stadtfeld. Sind es die seinerzeit innovative Virtuosität und pedalverstärkte Klangfülle, die den gefeierten 28-Jährigen faszinieren? Während Weigle die Kapelle zu abgerundeten, in sich ruhenden Gesten animierte, forcierte Stadtfeld am Soloinstrument von Anbeginn mit hartem, energischem Anschlag. Seine Vorstellung blieb bis zur letzten Note technisch ohne Makel."
(Sächsische Zeitung, Konzert 01.11.08 Semperoper Dresden / Die Live-Aufnahme dieses Konzerts ist auf der CD "Der junge Beethoven" zu hören.)

Das sechste Konzert des Heidelberger "La Passione"-Festivals präsentierte mit dem 22-jährigen Martin Stadtfeld eine der spektakulärsten deutschen Klavier-Entdeckungen der letzten Zeit. ... Stadtfeld bestach mit einer Mischung aus tänzerisch kantabler Eleganz und polyphoner Transparenz, die ohne weiteres auf dem Niveau eines Schiff oder Perahia anzusiedeln war. Klangsubtileres und erfüllteres, ja natürlicher strömendes Bach-Spiel hat lange kein ähnlich junger Pianist mehr geboten. Stadtfelds geradezu phänomenales Gespür für expressive Spannung machte auch Beethovens nachfolgende "Appassionata" endlich wieder einmal zu einem elektrisierenden Hörereignis. Liszts h-Moll-Sonate krönte den Abend in einer ebenfalls überwältigend souveränen und emphatischen Wiedergabe, deren rare Dichte und Bravour zu Recht Ovationen auslösten.
(Rhein-Neckar-Zeitung)

... Nicht minder aufregend sprengte der 23 Jahre alte Martin Stadtfeld in den Goldbergvariationen die Hörererwartungen. Eigenwillig spreizte er Klangraum und Polyphonie: durch registerartige Oktavierungen in Diskant und Baß, durch fast schmerzhafte Kontraste von Dynamik und Tempi, Esoterik und Brillanz. Im packenden artisitschen Manierismus erinnerte Stadtfeld an Glenn Gould...
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Das Beste gab es zum Schluss, zumindest in der Reihe der Mittagskonzerte. Denn der 23-jährige Pianist Martin Stadtfeld nahm die hohe Hürde, nach dem "großen" Namen Levin, Koriolov und Hewitt spielen zu müssen, mühelos. Und nicht nur das. Sein Auftritt im enttäuschend schwach besetzten Mozartsaal war eine Offenbarung in Sachen "Bach auf dem Steinway". Denn dem bis jetzt einzigen deutschen Gewinner des Leipziger Bach-Wettbewerbs gelang es, den Flügel in leisen, weichen Farben singen zu lassen. Pianistische Kraftmeierei, protzende Virtuosität oder esoterisch-abgeklärte Selbstbezogenheit sind Stadtfelds Sache nicht. Elegant und leichtfüßig perlt das Laufwerk im Prélude aus Johann Sebastian Bachs vierter Englischer Suite F-Dur. Fingertechnisch brillant, jeder Anschlag kontrolliert, dabei die virtuose Seite nie in den Vordergrund schiebend, rast er durch das Praeambulum der fünften Partita. In den ruhigeren Sätzen, den Allemanden und Sarabanden, taucht er in geradezu melancholische Tiefen ab, gestattet sich vielleicht einen Hauch zu viel Chopin-Nocturne-Gefühl, überzeugt aber durch seine zwingenden Phrasierungen. Bis in feinste Grade nuanciert er die Dynamik, spürt in Air und Courante aus Bachs zweiter Französischer Suite c-Moll kleinsten Verästelungen nach, setzt viele feine Pedaltupfer, huscht grazil durch die Menuette. Triller, schnell-figurierte Ketten und Läufe sind rund und ausgewogen, kontrolliert und fein klingend. Und immer wieder ist es der melancholische Gestus wie er in der Sarabande der G-Dur-Partita, der ergreift und den Zuhörer bis ins Mark trifft.
(Stuttgarter Zeitung)

... Die Sensation aber ist der Pianist Martin Stadtfeld: Er spielt die "Goldberg-Variationen" mit einer Brillanz und kaltblütigen Meisterschaft der Disposition, die einem höchste Vergleiche abnötigt. Stadtfeld gestaltet die 30 Variationen als Experimentalstudie. Er tauscht in den Wiederholungen bisweilen die Lagen, spielt also den Bass im Diskant und umgekehrt; oder er spreizt die Räume, indem er die Stimmen jeweils um eine Oktave nach außen verschiebt. Manchmal verdoppelt er auch den Bass, dann klingt's, als sei Busoni auf der Durchreise. Dabei schielt Stadtfeld, der den Leipziger Bach-Wettbewerb 2002 gewann, nicht auf Effekte. Ein bescheidenes Riesentalent..
(Rheinische Post)

... Der junge Busoni-Preisträger,... fächerte dazu einen Piano-Ansatz extrem weit auf und schattierte in diesem eng gesteckten Rahmen überaus fein. Cembalistisch leicht im Ansatz, spielte er mit lockerem Halbstaccato und minimal getupftem Pedal kristallin klar in den Ecksätzen und horchte der ariosen Melodie im Adagio enorme Ausdruckstiefe ab. Das renommierte Schweizer Streichensemble, ... begleitete das durchsichtig hell in konsequentem Non-Vibrato. Eminent auch Stadtfelds Bach-Zugabe: Das Präludium und die ungeheuerliche Tripelfuge in fis-Moll BWV 883 aus dem zweiten Band des "Wohltemperierten Klaviers".
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Bei Martin Stadtfeld (21) gibt es dennoch keine Diskussionen: Der deutsche Pianist spielt Bachs c-Moll-Partita BWV 826 auf unantastbarem Niveau. Mit eleganter Strenge, hoher rhythmischer Energie, vollendetem Formgefühl und gänzlich unmanieriert. Das zeigt in Klang und Linie eine ganz eigene Sprache. Von diesem Pianisten wird man alsbald wieder hören. ... Mit welcher kristallinen Klarheit und überirdischen Vollkommenheit der deutsche Pianist Martin Stadtfeld in Bachs c-Moll-Partita einen Kosmos entfaltet, selbst im zartesten piano nichts von seiner Plastizität opfert und dabei große Bögen spannt, blieb an diesem Abend ohne Konkurrenz und hält auch sonst jedem Vergleich stand! Stadtfelds brillante Technik tritt dabei hinter einer geistigen und künstlerischen Reife zurück, die für einen 21jährigen ungewöhnlich ist. Seit 1988 (!) kann Leipzig damit erstmals wieder einen Ersten Bachpreisträger im Fach Klavier feiern, von dem in Zukunft hoffentlich noch sehr viel zum Thema Bach ausgehen wird.
(Leipziger Volkszeitung)

Interviews

Vor seinem Konzert in Berlin am 7.10.2010 hat Martin Stadtfeld der BZ ein kurzes Interview gegeben, hier ist der Link zum Nachlesen.

Jugendarbeit

Martin Stadtfeld hat am 24. Januar 2011 einen Workshop für Schüler in Amberg gegeben, einen Bericht darüber gibt es hier.
Die ZEIT berichtete über Martin Stadtfelds Vermittlung klassischer Musik an Kinder und Jugendliche. Den Artikel könnt ihr hier nachlesen: ZEIT-Artikel.
„Martin Stadtfeld besucht Schulen, um Kinder für klassische Musik und Konzert zu begeistern […] Um diese Musik auch einem jüngeren Publikum nahe zu bringen, besucht Stadtfeld Schulen. Dort erzählt der Künstler etwa aus dem Leben von Johann Sebastian Bach, Geschichten, in denen er erklärt, wie traurig der Komponist war, als er eine bestimmte Musik schrieb. Erstaunlich sei es, wie sehr Jugendliche an solch hoch emotionalen Themen Anteil nehmen. „Schließlich kennt jeder das Gefühl, traurig zu sein, allein zu sein. In solch einer Situation kann klassische Musik trösten.“ Den Pianisten bewegten diese Erlebnisse sehr, „da kommt viel Dankbarkeit zurück.“ (WAZ)

Schumann: Klavierkonzert / Kinderszenen

„Freier Atem und Sicherheit im Umgang mit Schumanns Klangsprache bestimmen Stadtfelds wohldosierten Anschlag, zeigen seine Liebe zum melodiegeführten musikalischen Fluss. Stadtfeld gewinnt an Intensität, Dringlichkeit, Überzeugungskraft.“
(Süddeutsche Zeitung)


„Man spürt, dass diese Musik ganz aus einer poetischen Grundstimmung heraus geboren ist. Langsame Partien wirken gedankenverloren, träumerisch, die Ausbrüche dagegen plötzlich und oftmals wie zufällig aufbrausend.“
(Piano News)

Mozart: Klavierkonzerte 1 + 9 / Londoner Skizzenbuch

„Martin Stadtfelds Entdeckungstour zum jungen Mozart hat zu beglückenden Ergebnissen geführt: Bei den Konzerten haben sich der Solist und das dezent aufgeraut klingende Orchester auf einen emotional gebremsten Ton geeinigt, was den Werken eine wohltuende Strenge verleiht. […] Stadtfelds eigene Kadenzen sind von einer geradezu magischen Wirkung, die bei aller Eigenwilligkeit eine große Kenntnis der Musik Mozarts verraten. Auch die Auszüge aus dem Londoner Skizzenbuch zeigen, wie liebevoll sich Stadtfeld mit dem frühen Mozart auseinandergesetzt hat. Er widmet auch dem noch so unbedeutend anmutenden Menuett die größte Aufmerksamkeit.“
(Fono Forum)

„Die schnellen Läufe perlen Stadtfeld fast wie von selbst von den Fingern. Wunderbar ausgelassen und rhythmisch pointiert lässt er Mozart wirbeln. Wenn das Orchester die Brandung ist, dann ist Stadtfelds Klavierpart der Schaum, das, was als Krone auf den Wellen schwimmt. […] Aber Stadtfeld gelingen nicht nur die schnellen Passagen. Die vielleicht schönsten Momente der Doppel-CD finden sich in den langsameren Sätzen. […] Den zauberhaft dahinfließenden Melodien des 9-jährigen Mozart gibt Stadtfeld eine schwelgerische Note. Und hier beginnt sein Flügel regelrecht zu singen. […] Und dann ist da auf dieser Veröffentlichung noch ein besonderer Schatz: Mozarts Londoner Skizzenbuch. Darunter seine erste Symphonie und 40 Einzelsätze. Einige sind fragmentarisch geblieben. Stadtfeld hat sie behutsam ergänzt. Der vierfache ECHO Klassik-Preisträger fühlt sich tief ein in Mozarts Skizzen, die oft als Kindereien abgetan wurden und in der Vergangenheit kaum Beachtung fanden. Stadtfeld zeigt uns, dass in dem achtjährigen Mozart schon alles angelegt war, was ihn wenig später zum Superstar der Klassik machen wird. Und er zeigt uns auch, dass er selber mehr kann als nur Bach.“
(BR Klassik)

„Dass der junge Mozart nicht nur das „dressierte Wunderkind“ war, das herumgereicht wurde und für Aufsehen sorgte, sondern auch ein Kind mit genialen wie berührend schlichten und auch melancholischen Einfällen, vermag Martin Stadtfeld mit seiner Aufnahme zu zeigen. […] Der Pianist macht aus den, wie er es bezeichnet, „stiefmütterlich“ behandelten Skizzenbüchern eine kleine „Schatzkammer“, […] brillant und effektvoll gespielt. Mit dem Mozarteum-Orchester Salzburg unter der Leitung von Ivor Bolton hat Stadtfeld bei den aufgenommenen zwei Klavierkonzerten Musiker, die sein Anliegen mitziehen. Sie spielen frisch, charmant und mit großer Leichtigkeit. Stadtfeld versteht es, sie und auch den Hörer mitzunehmen auf diese Reise, jenseits der ausgetretenen Mozart-Routinepfade.“
(Piano News)

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